Werst mei Liacht ume sein

WERST MEI LIACHT UME SEIN 
Weihnachtssingen zum 90. Geburtstag von Günther Mittergradnegger
20. Dezember 2013 – Pfarrkirche Heiligenblut
21. Dezember 2013 – Dom zu Klagenfurt

 

AUSFÜHRENDE

Solisten
Helmut Wildhaber
Christian Miklin

Chor
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt
Leitung – Gertraud Gerger, Klaus Kuchling

Instrumentalgruppen
Kärntner Harfenklang – in Heiligenblut
Blockflötenensemble des Kärntner Landeskonservatoriums – in Klagenfurt

Orgel
Klaus Kuchling

Sprecher
Bischof Dr. Alois Schwarz

PROGRAMM

Günther Mittergradnegger und Nikolaus Fheodoroff
Heiligenbluter Krippenmesse
nach alten Hirten-, Weihnachts- und Sternsingerliedern aus Heiligenblut


Günther Mittergradnegger war wohl – neben Anton Anderluh – einer der bedeutendsten Kärntner Persönlichkeiten, welche das Chorsingen im vergangenen Jahrhundert – speziell nach Ende des zweiten Weltkrieges – in Kärnten geprägt und aufgebaut hat.
Im heurigen Gedenkjahr, anlässlich seines 90. Geburtstages, werden zwei weihnachtliche Singen mit dem von ihm gegründeten Madrigalchor Klagenfurt ausgerichtet. Bei diesen Konzerten wird das wohl schönste Werk für die Weihnachtszeit, die Heiligenbluter Krippenmesse, in seiner ursprünglichen Form mit Weihnachts- und Hirtenliedern aus Kärnten aufgeführt werden. 

Die Heiligenbluter Krippenmesse wurde mit dem Kärntner Madrigalchor Klagenfurt neu auf CD aufgenommen, die bei den Konzerten präsentiert wurde.  Für CD-Bestellung hier klicken.


Werst mei Liacht ume sein
20. Dezember 2013
KLEINE ZEITUNG

Krippenmesse wurzelt tief im Mölltal

Der Madrigalchor Klagenfurt führt am Freitag in der Wallfahrtskirche Heiligenblut die von Günther Mittergradnegger komponierte »Heiligenbluter Krippenmesse« auf.

»Bei dichtem Schneefall sind wir um drei Uhr Früh mit dem Bus von Heiligenblut zurück nach Klagenfurt gefahren«, erinnert sich Erika Jung-Mittergradnegger, Tochter des Kärntner Komponisten Günther Mittergradnegger, an jenen Dezembertag 1967, als die Heiligenbluter Krippenmesse in der örtlichen Wallfahrtskirche uraufgeführt wurde. Mitgefahren im Bus ist nicht die Furcht, dass etwas passieren könnte, sondern bewegte Gefühle nach einem eindrucksvollen Konzertabend.

»Die Uraufführung der von meinem Vater komponierten Messe wurde via Radio in den gesamten deutschsprachigen Raum übertragen. Die Rückmeldungen waren überwältigend«, erinnert sich Jung-Mittergradnegger. Inzwischen zählt die Krippenmesse zum Heiligenbluter Kulturgut. Raimund Granögger, langjähriger Organist und ehemaliger Leiter des Kirchenchores und des Männergesangsvereins, führte die Messe weit über 40 Mal auf und spielte den von Nikolaus Fheoderoff komponierten Orgelpart immer selbst: »Mittergradnegger hat uns damals fürchterlich positiv überrascht. Jahrhunderte alte Heiligenbluter Sternsingerlieder hat er für den gemischten Chor neu gesetzt und mit selbst komponierten Weihnachts- und Hirtenliedern zu einem Gesamtwerk zusammengefügt«, schildert Granögger.

Feldforschung im Mölltal

Wie kam es zum starken Heiligenblut-Bezug des Klagenfurters? Tochter Erika klärt auf: »Im Rahmen seiner Doktorarbeit erforschte mein Vater zwischen 1958 und 1962 Kärntner Passionsspiele,  zog von Hof zu Hof, ließ sich alter Lieder von den Bauern vorsingen und brachte sie zu Papier. Dasselbe Prinzip an Liedfeldforschung wandte er auch in Heiligenblut an und bewahrte so zahlreiche alte Volkslieder vor dem Vergessen werden.« Die Messen des 1992 verstorbenen Wegbereiters des neuen Singens in Kärnten wurzeln tief im Volksbrauchtum. So erklärt sich, dass die Heiligenbluter Messe »so gut in die Landschaft und zu den Mölltalern passt«, wie Granögger es formulierte. Zu hören ist sie am Freitag in der Heiligenbluter Kirche.

Martina Pirker 


Werst mei Liacht ume sein
Jänner 2014
CHORAKTUELL

Madrigalchor… Adventszeit… ein großer Kirchenraum… Stille… und dann… himmlische Musik!

»Wachet auf, ruft uns die Stimme« – Mit diesen ersten Worten aus der gleichnamigen Kantate von Johann Sebastian Bach, erklang am 15. Dezember 2013 in der Seminarkirche Tanzenberg ein ganz besonderes Adventskonzert. Der Madrigalchor und sein künstlerischer Leiter, Klaus Kuchling, hatten es sich nicht nehmen lassen, gemeinsam mit dem Publikum in die faszinierende musikalische Welt der Adventkantaten des wohl bedeutendsten Kirchenmusikkomponisten aller Zeiten einzutauchen.

Begleitet vom »Bach Collegium Carinthia«, das auf historischen Instrumenten den Originalklang dieser Musik himmlisch in der Kirche erschallen liess und an der Seite der herausragenden Gesangssolisten Sun Mi Kim – Sopran, Karin Prenner – Alt, Jan Petryka – Tenor und Ulfried Staber – Bass, wurden auch die eher selten gehörten Kantaten »Schwingt freudig euch empor« und »Nun komm, der Heiden Heiland« zur Aufführung gebracht. Die Kompositionen, die mit berührenden Klängen eine so besondere Atmosphäre in der Kirche schufen, verfehlten ihre Wirkung beim begeisterten Publikum nicht. Lediglich die Akustik der Kirche bewirkte, dass der barocke Klang in den hinteren Reihen ein wenig unter ging.

Wie üblich, wurde das junge Publikum bei diesem Projekt des Madrigalchores nicht außer Acht gelassen. So wurde zuvor in der Reihe »Musik im Hörsaal« mit zwei eigens gestalteten Schulkonzerten im Auditorium maximum der Alpen-Adria-Universität-Klagenfurt, die Kompositionskunst Bachs den Kindern und Jugendlichen näher gebracht. Das Konzept dazu stammte wieder von Karin Krassnitzer, Musik- und Chorprofessorin am BRG-Viktring, die – nicht zuletzt durch ihre regelmäßige Mitwirkung an zahlreichen großen Projekten mit ihrem Oberstufenchor »Juventus Musica« – keine Unbekannte im Konzertleben des Madrigalchores ist.

Nach diesen großen Chor- und Orchesterkonzerten folgten am 20. Und 21. Dezember noch zwei Konzerte unter dem Motto »Werst mei Liacht ume sein«, bei denen die »Heiligenbluter Krippenmesse« und andere Lieder zur Kärntner Weihnacht von Günther Mittergradnegger zu hören waren. Diese beiden Konzerte standen ganz im Andenken an den ehemaligen Gründer und langjährigen Leiter des Kärntner Madrigalchores Klagenfurt, der im vergangenen Jahr seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Zu diesem Anlass wurde bereits im Oktober 2013 eine Neuaufnahme der »Heiligenbluter Krippenmesse« mit anderen weihnachtlichen Kompositionen Mittergradneggers erfolgreich und mit großer Freude aller Beteiligter durchgeführt. Die Idee, Günther Mittergradneggers wohl schönstes weihnachtliches Werk wieder in ursprünglicher Form einzuspielen und aufzuführen, war Christian Miklin zu verdanken, der die Konzertreihe organisierte.

Das erste Konzert fand in der – bis zum letzten Platz gefüllten – Pfarrkirche Heiligenblut statt. Mit wunderschönen Stücken und mit ergreifenden Worten untermalten der Kärntner Harfenklang und Bischof Dr. Alois Schwarz das Programm. Klaus Kuchling spielte auf der prachtvollen Orgel, während Gerti Gerger (selbst Sopranistin im Madrigalchor) den Chor dirigierte. Auch das zweite Konzert im Dom zu Klagenfurt – diesmal gemeinsam mit einem Blockflötenensemble des Kärntner Landeskonservatoriums – war ein riesen Erfolg. Mit zwei Zugaben (»Werst mei Liacht ume sein« und dem »Andachtsjodler«), bei denen das Publikum eingeladen wurde mitzusingen, konnte man mit der Musik von Günther Mittergradnegger und umgeben von hunderten von Stimmen, in eine einzigartige Klangwolke eintauchen.

Der Kärntner Madrigalchor Klagenfurt und sein Dirigent Klaus Kuchling befinden sich bereits wieder voll in der Probenarbeit zum nächsten Projekt und freuen sich darauf, Sie in diesem Jahr wieder mit einmaligen musikalischen Erlebnissen – ob als Zuhörer, oder vielleicht sogar aktiver neuer Sänger im Chor – zu beschenken!

Simon Pibal