Proverbs and Songs

JOHN SURMAN – PROVERBS AND SONGS
9. Juli 1999
Dom zu Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

John Surman – Saxophon
Howard Moody – Orgel

Kärntner Madrigalchor Klagenfurt
Dirigent – Klaus Kuchling

PROGRAMM

John Surman
Proverbs and Songs

Prelude

The Sons from
The First Book of Chronicles

The Kings from
The First Book of Chronicles

Wisdom from
Proverbs

Job from
The Book of Job

No Twilight from
The Book of Job

Pride from
Proverbs

The Proverbs from
Proverbs

Abraham Arise!
from Genesis


Proverbs and Songs
9. Juli 1999
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Kärntner Madrigalchor ist heute ganz schön »saxy«

Das von Günther Mittergradnegger gegründete Vokalensemble tritt zusammen mit dem Saxophonisten Jon Surman im Klagenfurter Dom auf.

1996 in der Kathedrale von Salisbury uraufgeführt, zählt Jon Surmans wuchtiges Oratorium »proverbs and songs« heute zu den richtungsweisenden Choralbearbeitungen des 20. Jahrhunderts.

Im Rahmen von »3 Nights of Jazz« kommt das Stück heute abend, 20 Uhr, im Klagenfurter Dom zur Aufführung. An der Orgel wird der Kärntner Klaus Kuchling zu hören sein, den gesanglichen Part übernimmt das führende Vokalensemble unseres Bundeslandes – der Kärntner Madrigalchor. Der von Günther Mittergradnegger gegründete Chor hat in den 50 Jahren seines Bestehens immer wieder bewiesen, dass er zur österreichischen Spitze gehört.

Der englische Saxophonist Jon Surman hat selbst Erfahrung als Chorjunge in verschiedensten Kirchen gesammelt. Sein Oratorium fand gleich bei der ersten Aufführung enthusiastische Anerkennung. Die englische Times dazu: »Jon Surman bekräftigte, daß er nicht länger nur einfach als einer der führenden Improvisateure und Instrumentalisten des Landes angesehen werden sollte, sondern auch als Chor-Komponist mit Vorstellungskraft, Vision und Stärke.«


Proverbs and Songs
11. Juli 1999
KLEINE ZEITUNG

Im Dom paßte alles

Hätte das Adria-Tief nicht viele abgeschreckt, die »3 Nights of Jazz« wären auch vom Publikumszuspruch her ein Erfolg geworden.

So rissen zwar wie durch ein Wunder immer wieder rechtzeitig die Wolken auf, die von Natur aus zaghaften Kärntner Konzertbesucher wagten sich am ersten und dritten Tag des vom Verein Innenhofkultur und dem Kärntner Kulturservice veranstalteten Festivals dennoch nur spärlich in den Hof des Stiftes Viktring.

Am zweiten Tag war alles anders. Im geschützten Kirchenschiff des Klagenfurter Doms trafen sich Hundertschaften zu einem ganz außergewöhnlichen Abend. Der britische Saxophonist John Surman hatte mit dem Madrigalchor und dem Organisten Howard Moody sein 1996 für das Salisbury Festival komponiertes Oratorium (?) noch einmal einstudiert.

Blendend. Oratorium deshalb mit Fragezeichen, da die Proverbs, die Sprüche und Songs, also Gesänge aus der Bibel, durch lange improvisierte Teile unterbrochen werden und auch das Erzählende in den Bibelstellen über das Anbetende dominiert. Expressives wechselt mit Elegischem und wunderbar Pathetischem. Surman versteht sich auf die effektvolle Nutzung der besonderen Akkustik des Kirchenraums.

Der Madrigalchor schlägt sich blendend und steht dem auf CD verewigten Original um nichts nach. Gesänge werden perfekt in Englisch wiedergegeben, Sprüche empathisch in Deutsch geflüstert oder gerufen.

Die effektvolle Choreographie führt die Sänger/Sprecher mitten ins Publikum. Das Überraschende dabei: noch nie waren die archaischen Texte einer so heterogenen Hörerschaft so nahe. Sie kamen aus dem Lager des Jazz und aus der – sogenannten – Klassik. Sie waren hin- und hergerissen. Beifallsstürme brandeten über die Ausführenden hinweg.

Schade nur, dass es bei dieser einen Aufführung bleibt.

Gilbert Waldner


Proverbs and Songs
11. Juli 1999
KRONEN ZEITUNG

Jazznacht im Dom

Mystisches Klangwerk

»Proverbs and Songs« stiegen Freitag abend im Rahmen der »3 nights of Jazz« aus dem Klagenfurter Dom in den verregneten Himmel. Dabei sorgte John Surman, Ausnahmeerscheinung in der zeitgenössischen Jazzszene, mit seiner genialen Chorbearbeitung für ein Hörerlebnis der Superlative.

Organist Howard Moody verlieh Surmans avantgardistischen »Saxophon-Visionen«, zu denen ihn Auszüge aus dem Alten Testament inspirierten, eine sakrale Dimension: der »Kärntner Madrigalchor« unter Klaus Kuchling verstrickte schließlich Sax, Orgel und Stimme zum kohärenten Klangwerk voll Mystik, Leidenschaft und Poesie.

Irina Pichler


Proverbs and Songs
11. Juli 1999
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Madrigalchor auf neuen Wegen mit John Surman und Jazz

Ein Höhepunkt der »Nights of Jazz” im Klagenfurter Dom: Bewegendes Konzert mit Bibelsprüchen von tiefempfundener Spiritualität.

Im Rahmen der “Nights of Jazz« ist der zweite Abend unter allen Anzeichen eines besonderen Ereignisses angelaufen: Ein brechend voller Dom zu Klagenfurt und gespannte Erwartung, bis endlich John Surman vom Kirchentor her, klanggewaltig auf seinem Baritonsaxophon ein weit ausgedehntes, zwischen melodischen und virtuosen Passagen wechselndes, improvisatorisch wirkendes und wirksames Solo spielend, sich langsam dem Altarraum genähert hat. Ohne Zweifel ist Surman sowohl als Instrumentalist als auch als Komponist eine Ausnahmeerscheinung; seine »Proverbs and Songs« auf biblische Texte sind, insgesamt gesehen, ein heute nicht mehr ungewöhnlicher Weg, unter Einbeziehung von Jazzelementen einen weiteren Weg hin zum Glauben und damit zu Gott zu finden.

Echt empfundene Musik

Die Musik ist echt empfunden und spricht unmittelbar an, gibt dem Chor nur recht wenig Möglichkeiten, hervorzutreten – zu sehr sind Bariton- und Sopransaxophon dominant, während die von Howard Moody gespielte Orgel zum größten Teil Begleitfunktion, und diese im Pianissimo besitzt. Ganz ausgezeichnet der »Kärntner Madrigalchor Klagenfurt« unter seinem neuen Leiter Klaus Kuchling, der die »Songs« mit großer Sicherheit ein- und mehrstimmig gesungen hat und sich nun sichtlich »auf neuen Wegen« befindet. Sehr stark in Erfindung und Wirkung die letzten »Songs« und der im Canon gesungene Abgang des Chores, etwas unzusammenhängend das toccataartige Orgelsolo. Eine bewegende Konzertstunde, großer Jubel.

oe


Proverbs and Songs
August 1999
KÄRNTNER SÄNGERBUND – Chorinformation

John Surman und Kärntner Madrigalchor Klagenfurt im Oratorium »Proverbs and Songs«

Der von Günther Mittergradnegger gegründete Madrigalchor Klagenfurt wurde im 51. Jahr seines Bestehens und in seinem ersten Jahr unter der Leitung von Klaus Kuchling eingeladen, im Rahmen der »3 Nights of Jazz« mitzuwirken: Gemeinsam mit John Surman wurde am 9. Juli 1999 dessen Oratorium »Proverbs and Songs« aufgeführt. An der Orgel im Klagenfurter Dom war Howard Moody, der Dirigent der Uraufführung im Rahmen des Salisbury Festvals 1996. Die Klagenfurter Aufführung dirigierte Klaus Kuchling, Saxophon spielte John Surman persönlich. 
Wie bei der Uraufführung so war diesmal das Klagenfurter Publikum restlos begeistert. Die englische Times schrieb 1996: »John Surman bekräftigte, dass er nicht länger nur einfach als einer der führenden Improvisateure und Instrumentalisten des Landes angesehen werden sollte, sondern auch als Chorkomponist mit Vorstellungskraft, Vision und Stärke«. Surman, den Jazz-Freunden schon lange als einer der besten auf seinem Instrument (Saxophon und Klarinette) bekannt, kam nach Kärnten mit der Absicht, hier eine »Klagenfurter Fassung« seines Oratoriums vorzustellen, und schon bei der gemeinsamen Probe war er begeistert vom Chorklang der Madrigi. Er verstand es, sich dem Klang anzupassen, sich in den Klang hineinzuhören und durch seine persönliche Note in den verschiedenen Improvisationen mit den Saxophonen den Grundstein für einen großartigen Erfolg für sich, sein Werk und den Kärntner Madrigalchor zu legen. Zudem wurde nicht nur gesungen und musiziert, eine effektvolle Choreographie führte die Sänger bzw. Sprecher mitten in das Publikum. Am Schluss sind alle Mitwirkenden mit Wort und Melodie aus der Ostersequenz aus dem Dom zu Klagenfurt ausgezogen. 
Das zahlreich erschienene Publikum war begeistert und in der Kleinen Zeitung war unter anderem zu lesen: »Im Dom paßte alles… Der Madrigalchor schlägt sich blendend und steht dem auf CD verewigten Original um nichts nach. Gesänge werden perfekt in Englisch wiedergegeben, Sprüche emphatisch in Deutsch geflüstert und gerufen.«

H.O.