Madrigalchor Klagenfurt

Elisabeth von Thüringen

NIKOLAUS FHEODOROFF – ELISABETH VON THÜRINGEN
KAMMERORATORIUM
17. und 19. Juni 2010
Dom zu Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Solisten
Cornelia Horak – Sopran
Stephen Chaundy – Tenor
Josef Wagner – Bass

Erzähler
Dieter Dorner

Chor
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Orchester
Collegium Carinthia
Leitung – Fritz Kircher

Orgel
Thomas Wasserfaller

Dirigent
Klaus Kuchling

PROGRAMM

Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen«
Uraufführung

Text
Herbert Vogg

Musik
Nikolaus Fheodoroff

Livemitschnitt der Uraufführung im Dom zu Klagenfurt Juni 2010 auf CD.
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Einführung in das Oratorium

Das Jahr 2010 weist für Klagenfurt eine bemerkenswerte historische Facette auf: Seit dreihundert Jahren, nämlich seit dem 14. Februar 1710 (!), sind in dieser Stadt die Elisabethinen zum Wohle der Bevölkerung tätig. Die derzeitige Generaloberin des Konvents, Consolata Haßler, machte sich schon frühzeitig, im Jahr 2006, Gedanken, wie man dieses 300-Jahr-Fest würdig begehen könnte.

Ein Gottesdienst und ein Festakt würden die Tage um den 17. Juni 2010 prägen. Daneben durfte die Musik nicht fehlen. Die Generaloberin besprach mit mir mögliche Themen, so zum Beispiel die Vita der Apollonia Radermecher aus Aachen (9. September 1571 – 31. Dezember 1626). Sie war Begründerin des Ordens der Elisabethinen. Oder die Vita der Erzherzogin Marianna (1738 – 19. November 1789), der ältesten Tochter Maria Theresias. Sie ließ das heutige bischöfliche Palais erbauen und war bis zu ihrem Tode eine unermüdliche Sponsorin der Elisabethinen. Zum zweihundertjährigen Jubiläum der Elisabethinen in Klagenfurt 1910 erschien eine ausführliche Biographie der Marianna. Und in eben diesem Jahr wurde von Klagenfurt aus eine neue Niederlassung der Elisabethinen in Kanada gegründet, in Humboldt-Saskatchewan.

Schließlich fiel die Wahl doch auf die Vita der Elisabeth von Thüringen (7. Juli (?) 1207 – 17. November 1231), einer Zeitgenossin Franz von Assisis (1181 – 3. Oktober 1226), die von Papst Gregor IX. schon am 27. Mai 1235, nur vier Jahre nach ihrem Tod, heilig gesprochen wurde.

In den kurzen vierundzwanzig Jahren ihres Lebens hatte Elisabeth Unglaubliches vollbracht. Der Originalmantel der Heiligen Elisabeth wird übrigens noch heute im Konvent der Elisabethinen zu Klagenfurt aufbewahrt. Zunächst wurde von Ew. Mutter Consolata und mir erwogen, eine Kirchenoper zu gestalten. Dann wurde es aus praktischen Gründen doch ein Oratorium, und der Kärntner Madrigalchor Klagenfurt mit Klaus Kuchling sollte die Aufführung tragen.

Meine erste Sorge betraf einen guten Text. Ich bat Herrn Professor Dr. Herbert Vogg, der schon viele Opern- und Oratorientexte verfasst hatte, für mich ein »Baron van Swieten« zu sein. Van Swieten hatte für Haydn die »Schöpfung« aus dem Englischen übersetzt und ein Textbuch verfertigt. Dr. Vogg antwortete mir am 20. Oktober 2006: »Ihr Ansinnen an mich, für Sie einen Text zu schreiben, ehrt mich, obwohl ich mir – nach Ablieferung eines aller-aller-allerletzten Kirchenopern-Librettos (für ein Kirchen-Jubiläum in Südkorea!) – eigentlich vorgenommen hatte, mich endgültig vom »Geschäft« zurückzuziehen. Aber am Montag habe ich gleich den Kunstführer über die herrliche Elisabethkirche in Marburg an der Lahn hervorgeholt und bin solcherart auf jeden Fall einmal ins Thema eingestiegen. Immerhin hat meine Frau am 19. November Namenstag… Dass es keine Oper, sondern ein Oratorium werden soll, freut mich… Im Oratorium… können Solisten und Chor aus Noten singen – und vor allem: Kein Regisseur kann seine »guten« Ideen einbringen (und das Stück am Ende umbringen).

Ist das schon eine Zusage meinerseits? Nein, das ist es noch nicht, ich muss erst sehen, ob und wie ich die Sache formen kann…«

Und am 9. November 2006 schrieb mir Dr. Vogg: »Lieber Herr Dr. Fheodoroff, hier ist meine Zusage, ich stecke schon mitten in der Arbeit…«

Zwischen uns beiden Autoren gab es in der Folgezeit noch einen lebhaften Briefwechsel über viele Details. Und am 3. Jänner 2007 hatte ich die dritte und endgültige Fassung des Textes in Händen! Ich konnte mich also an meine Arbeit machen.

Für die Musik war mir von vornherein klar, dass ich als Beginn einen alten,  lateinischen Hymnus verwenden würde, den die Elisabethinen auch heute noch singen und zu dem die ew. Schwestern des Konvents, die zu ehrende Ursache der Veranstaltung, in die Kirche einziehen würden: »Te lucis ante terminum…« – »Bevor des Tages Licht vergeht…«

Dieser Hymnus war – in verkürzter Form – Bestandteil schon in meinem ersten Orgelkonzert gewesen, das Dr. Vogg, in seiner damaligen Eigenschaft bei Doblinger, in das Verlagsprogramm aufgenommen hatte – auch in dieser Hinsicht also eine Reminiszenz. Nach der Introduktion folgen die Stationen des Lebens der Heiligen Elisabeth mit einer relativ kleinen Besetzung: Elisabeth ist Mezzosopran, Konrad von Marburg ist Bass, der Erzähler I ist Tenor, der Erzähler II eine Sprechstimme. Dazu kommen noch der mehrfach  geteilte Chor, das Orchester und die Orgel.

Dem ganzen Werk liegt eine Zwölftonreihe zugrunde, die ich ebenfalls schon in meinem Orgelkonzert verwendet hatte.Es gibt aber auch durchaus tonale Momente: Die Kindheit der Elisabeth auf ihrer Burg Särospatak in Nordostungarn, ihr immer wiederkehrendes Gebet, der verborgene Choral mit dem Text von Martin Luther »Ach Gott, vom Himmel siehe darein…« nach iher Vertreibung von der Wartburg (Nr. 7), der Hymnus auf die Melodie des Chorals »O Haupt voll Blut und Wunden« (Nr. 9). Dem Magister Konrad ist eine Sechstonreihe zugeordnet. Von ihm sagt der Textautor: »Die Figur des Magister Konrad soll nicht als ›finsterer Bass‹ eines Bösewichts dastehen. Er glaubt ja, was er sagt und tut, und tut es im Blick auf das ewige Leben. Das müsste irgendwo spürbar werden: Er demütigt Elisabeth, aber er demütigt auch sich selber unter eine Gläubigkeit, der die Heutigen eher verständnislos begegnen, und diese seine Gläubigkeit ist so einseitig und hartnäckig und unbeirrbar wie diejenige Elisabeths. Ich höre seine stimme also nicht durchwegs ›barsch‹, sondern immer wieder justament melodisch, ja lyrisch.«

Meine Musik führt Konrad durch ein Spinnennetz von Idealvorstellungen, über die Hilfsbereitschaft, für Elisabeths Erbe zu kämpfen, bis zur Sprachlosigkeit angesichts der Wunder an Elisabeths Grab in der Nummer 10.

Der singende Tenor ist ein mit dem Herzen mitfühlender Berichterstatter. Der Sprecher gibt an entscheidenden Stellen einen richtungsweisenden Kommentar. Der Chor hat die Aufgabe, wie in früheren Zeiten die »turbae«, die Volksmenge darzustellen, und zwar auf den beiden Seiten der Gegner und der Bewunderer Elisabeths.

Schließlich nimmt das Finale als Gebet die drei Strophen der Introduktion wieder auf, um den Bogen zu schließen. Aber diesmal begleitet das ganze Orchester den Chor und nicht – wie zu Beginn – die Orgel allein, für die allerdings in dem Werk eine wichtige und charakterisierende Rolle vorgesehen ist.

Nikolaus Fheodoroff


Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen«
19. Juni 2010
KLEINE ZEITUNG

Töne für eine Heilige

Uraufführung von »Elisabeth von Thüringen« zum 300-jährigen Jubiläum der Elisabethinen.

»Bevor das Licht vergeht!« – Unter den Klängen dieses uralten Hymnus zogen die Nonnen des Konvents feierlich in den Dom ein. Und mit dieser schlichten Melodie aus dem Jahr 1000 lässt Nikolaus Fheodoroff sein Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen« beginnen.

Der Text von Herbert Vogg schildert die Lebensstationen von Elisabeth, die sich im 13. Jahrhundert völlig für die Armen aufopferte, ein Spital gründete und schon mit 24 Jahren starb. Sie war Namensgeberin und Patronin für den nach ihr benannten Orden der Elisabethinen, der heuer sein 300-jähriges Bestehen feiert: Grund genug, über diese heilige Frau ein Werk in Auftrag zu geben, das jetzt im Dom zu Klagenfurt uraufgeführt wurde.

Dem elfteiligen, rund 80-minütigen, mäßig modernen Werk, liegt eine Zwölftonreihe zugrunde, die Fheodoroff schon in seinem Orgelkonzert verwendet hat. Es überwiegen jedoch die tonalen Momente, bei denen auch Choräle wie »O Haupt voll Blut und Wunden« zitiert werden.

Der fein austarierte Madrigalchor Klagenfurt sang sie nicht immer verständlich, dafür lupenrein und sehr homogen, das Collegium Carinthia, unterstützt vom exquisiten Thomas Wasserfaller auf der Orgel, spielte sie unter der engagierten Leitung von Klaus Kuchling klangschön.

Dazu gab es mit der glasklaren Cornelia Horak (Sopran), dem schön timbrierten Stephen Chaundy (Tenor) und dem stimmgewaltigen Josef Wagner ein exzellentes Sänger-Trio. Ex-Ö3-Stimme Dieter Dorner, der wie ein Mönch mit wallenden weißen Haaren und Bart auf der Kanzel thronte, fungierte als Erzähler. Starker Applaus auch für den anwesenden Komponisten.

Helmut Christian


Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen«
19. Juni 2010
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Was für eine Welt!  Was für eine Zeit…

Man hört Turbulenzen, das Mobbing der Höflinge gegen eine Frau mit sozialem Gewissen: Das Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen« ist ein Klangsittenbild ihrer Zeit, die Uraufführung einer modernen Biografie.

Klagenfurt: Komponist Nikolaus Fheodoroff geht die Sache wie ein Drehbuchautor an – mit Klangzitaten von gestern in heutigem Akkorde-Kleid. Die Uraufführung des Kammeroratoriums »Elisabeth von Thüringen« (Auftragswerk des Konvents der Elisabethinen anlässlich ihres 300-Jahr-Jubiläums) gelang überzeugend (Komposition und Leistung der Ausführenden) – und manchmal befremdend, aus heutiger Sicht, im Text (Prof. Dr. Herbert Vogg). Um das gleich zu klären: Der Text ist gut und durchdacht, befremdet aber in zwei Punkten. Da schwächt die Akustik – der Nachhall – die Verständlichkeit sowohl bei Solisten als auch beim Erzähler, lässt so keine Erzählkontinuität aufommen. Und manche Aussage des Beichtvaters Konrad (Ob jeder kleinsten Verfehlung / demütige ich sie / und züchtige ich sie / um ihres Seelenheiles willen) weckt heute geistigen Widerstand.

Was besonders gelingt, ist die Zeitenklammer, die Fheodoroff und Vogg bauen: Zu Beginn und am Schluss ertönt »Was für eine Zeit« – aufwühlend-martialisch in der Musik, klar in der Aussage, dass Mächtige ihr blutiges Spiel spielen und das Elend dieser Zeit missachten – damals, 1207, als Elisabeth geboren wird, wie heute… Die Berufung der jungen Frau zum Mitgefühl mit Notleidenden unterstützt Fheodoroff mit Blecheinsatz, ihre Beschreibung der Liebe mäandert die Schleife des Unendlichzeichens nach. Fheodoroff bettet Zitate höfischer Musik, Volksweisen, Gemeinschaftsgesänge und Choräle in illustrierend-expressive heutige Klänge ein. Atmosphärisch treffend – auch beim Chor (Madrigalchor), der den Mobbingpart gegen die unbequeme Ausländerin Elisabeth einnimmt, als wohlhabende Höflinge, denen die »Sozialromantikerin« nicht passt… Ein Sonderlob den Solisten: Cornelia Horak, Josef Wagner, Stephen Chaundy und Sprecher Dieter Dorner.

mas


Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen«
18. Juni 2010
NEDELJA

Oratorium hl. Elisabeth aus Thüringen

Zur Feier des dreihundertsten Jahrestages des Elisabethinenordens in Klagenfurt gaben die Ordensschwesetern ein musikalisches Werk in Auftrag, welches das Leben der Ordensgründerin – der hl. Elisabeth von Thüringen – vorstellen sollte. Die hl. Elisabeth von Thüringen lebte zu Beginn des 12. Jahrhunderts und starb kaum 24-jährig.

Der Kärntner Komponist Nikolaus Fheodoroff, auch bekannt von seiner Tätigkeit am Orf-Landesstudio und von seinen zahlreichen Funktionen in der Kärntner Kirchenmusik hat sich an die schwierige Aufgabe gewagt und schrieb ein sog. Kammeroratorium von unter zwei Stunden Länge.

Die drei Sänger-Solisten (Cornelia Horak – Sopran, Stephen Chaundy – Tenor und Josef Wagner – Bass) stellten dieses neueste geistliche Werk am letzten Samstagabend in der Klagenfurter Domkirche vor, zusammen  mit dem Orchester Collegium Carinthia unter Fritz Kircher und dem Kärntner Madrigalchor.

Der Dirigent des Abends war Klaus Kuchling.

Das neue Kammeroratorium beleuchtet alle wichtigen Stationen des Lebens der hl. Elisabeth. Unruhige Zeiten, die Verabschiedung des geliebten Mannes auf den Kreuzzug, dessen schneller Tod noch auf dem Weg nach Jerusalem, die vollkommene Hingabe  der jungen Witwe zur Krankenpflege. Die Musik ist niemals aufdringlich. Dem Komponisten gelang beides – Schaffung eines grossen Bogens und gleichzeitig Einflechtung vieler interessanter,  versteckter details. Ebenso finden sich Dissonanzen, die die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen und frische, nie überlange Melodiebögen der Solisten. Der Chor hatte neben anderem die Aufgabe, auf den mittelalterlichen Hintergrund der Lebensgeschichte zu verweisen und das im Rhytmus und in der Melodik. Trotzdem war die Klangsprache, die der Komponist wählte, nie historisierend.

Mir persönlich gingen besonders die vielen Stellen zu Herzen, in denen der Komponist die Worte Jesu musikalisch umsetzte… Ich war hungrig, und ihr habt mir …

Abschliessend ist festzustellen, dass das neue Werk sicher noch die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich ziehen wird, weil es die tiefe Botschaft der tätigen Liebe zum Nächsten, verwandelt in Musik, zum Thema hat.

Andrej Feinig


Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen«
16. Juni 2010
ORF–KÄRNTEN

Elisabeth-Kammeroratorium im Dom

Anlässlich des 300-jährigen Bestandsjubiläums des Elisabethinen-Konvent in Klagenfurt hat Generaloberin Sr. Consolata Hassler das Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen« in Auftrag gegeben. Am Donnerstag findet die Uraufführung im Dom zu Klagenfurt statt.

Geschichte einer außergewöhnlichen Frau

Elisabeth von Thüringen war ein sehr gläubiger Mensch, der in ihren Nächsten Christus gesucht und gefunden hat.

Sie ließ sich von nichts und niemandem davon abbringen, sich in den Dienst des Glauben und der Menschen zu stellen. Sie kehrte dem Hof und einem Leben in Reichtum den Rücken und widmete ihr ganzes Leben der Mildtätigkeit. Die Not der Armen und Kranken zu lindern war das Wichtigste in ihrem Leben.

Leben voller Opfer und Hingabe

SR Consolata Hassler, Generaloberin Elisabeth-Konvent Klagenfurt: »Sie ist 24 Jahre alt geworden und im Jahr 1231 gestorben. Ich finde zum Beispiel ihre letzten Worte so schön. Obwohl sie ein Leben in bitterster Armut und reiner Hingabe an Gott gelebt hatte, sagte sie vor ihrem Tod zu ihrer Freundin: ›Wenn du wüsstest, wie glücklich ich bin – mein Leben war so schön.‹«

1235, bereits vier Jahre nach ihrem Tod, wurde sie heilig gesprochen.

Das Elisabeth-Kammeroratorium folgt den wichtigsten Stationen im Leben der Heiligen Elisabeth. Orchester, Chor, Solisten und der Sprecher machen es zu einem Gesamtkunstwerk.

»Geschichte mit Musik unserer Zeit erzählt«

Komponist Nikolaus Fheodoroff: »Die Musik ist eine Musik unserer Zeit. Das ist klar. Es ist keine sehr avantgardistische Musik, sondern eine Musik, die in unserer Zeit entstanden ist und in die auch alte Dinge hineinfließen.«

»Elisabeth sollte Vorbild sein«

Die Heilige Elisabeth ist wie der Heilige Franziskus eine der großen Persönlichkeiten des Mittelalters, die auch heute Vorbild sein können.

»Die Geschichte dieser Frau wird in diesem Oratorium in einer Weise erzählt, die einen betroffen aus dem Dom hinausgehen lässt. Ich hoffe, dass Elisabeth viele Nachahmerinnen findet«, so Klaus Kuchling, der musikalische Leiter.


Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen«
4. Juni 2010
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Hommage an Sankt Elisabeth

Seit 300 Jahren wirkt der Orden der Elisabethinen in Klagenfurt. Nikolaus Fheodoroff schrieb ein Oratorium über deren Patronin, die heilige Elisabeth von Thüringen.

Klagenfurt:  Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn, geboren 1207, Gemahlin des Landgrafen Hermann von Thüringen, Mutter dreier Kinder, in Marburg an der Lahn als Witwe gestorben im Alter von nur 24 Jahren und dennoch überragende Persönlichkeit des christlichen Mittelalters: Die heilige Elisabeth, später Hausheilige des Kaiserhauses der Staufer, Schutzpatronin des Deutschen Ritterordens und Patronin der Elisabethinen, hatte sich bis zur völligen Selbstaufgabe für die Armen und Kranken ihrer Zeit aufgeopfert. Der Orden, der seit 1710 in Klagenfurt in der spirituellen Nachfolge Elisabeths wirkt, will das Jubiläum mit einer musikalischen Hommage begehen. Die Generaloberin Sr. Consolata Hassler beauftragte den weit über die Grenzen Kärntens bekannten Komponisten Nikolaus Fheodoroff mit der Komposition eines Kammeroratoriums über das auch von vielen Legenden umrankte Leben der Heiligen. Nikolaus Fheodoroff: »Für die Musik war mir von vornherein klar, dass ich als Beginn einen alten, lateinischen Hymnus verwenden würde, den die Elisabethinen noch heute singen und zu dem die ehrwürdigen Schwestern des Konvents in die Kirche einziehen würden.«


Kammeroratorium »Elisabeth von Thüringen«
Juni 2010
DIE BRÜCKE

Konvent der Elisabethinen

Das Jahr 2010 weist für Klagenfurt eine bemerkenswerte historische Facette auf: Seit 300 Jahren sind in dieser Stadt die Elisabethinen zum Wohle der Bevölkerung tätig. Die derzeitige Generaloberin des Konvents, Consolata Hassler, machte sich schon frühzeitig Gedanken, wie man dieses 300-Jahr-Fest würdig begehen könnte. So wurde der Madrigalchor für die musikalische Umrahmung der Festlichkeiten gewonnen und es gibt unter anderem eine Uraufführung von Nikolaus Fheodoroffs  Auftragskomposition »Elisabeth von Thüringen – ein Kammeroratorium«, das die Stationen im Leben der selbstlosen Frau, die von Papst Gregor IX. heiliggesprochen wurde, musikalisch nachzeichnet. Neben vielen Feierlichkeiten gibt es eine einzige öffentliche Aufführung dieses Werkes, und zwar am 19. Juni.

EH