Mozarts letztes Jahr

MOZARTS LETZTES JAHR
16./17.11.2012
Konzerthaus Klagenfurt

 

AUSFÜHRENDE

Solisten

Cornelia Horak – Sopran
Martha Hirschmann – Alt
Daniel Johannsen – Tenor
Thomas Tatzl – Bass

Chöre

Schülerinnen und Schüler des BRG Viktring und des BG Tanzenberg
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt
Leitung – Klaus Kuchling

Orchester

Bach Collegium Carinthia
Leitung – Fritz Kircher

Dirigent

Klaus Kuchling

Moderation

Wolfgang Horvath

Konzept Schulkonzerte
Karin Krassnitzer

Licht und Videoprojektion
Ulrich Kaufmann

PROGRAMM

W. A. Mozart (1756-1791)

Die Zauberflöte KV 620 – Ouverture

Andante F-Dur KV 616
für eine Walze in eine kleine Orgel

Freimaurerkantate KV 623
»Laut verkünde unsre Freude« für Soli, Männerchor und Orchester
Duett – Lange sollen unsre Mauern
Chor – Laut verkünde unsre Freude

Konzert in A-Dur KV 622
für Klarinette und Orchester
Adagio
Klarinette – Simon Pibal
zum Nachhören auf youtube

Ave verum D-Dur KV 618
zur Kommunion und an Fronleichnam

Requiem d-moll  KV 626


Mozarts letztes Jahr

16. November 2012
Kronenzeitung

»Madrigalchor Klagenfurt« begeisterte Schüler mit Mozart

Zauberflöte und Totenmesse

Es wurlt und flattert, es lacht und schwätzt, innerhalb von Minuten ist der große Klagenfurter Konzerthaussaal bis auf den letzten Platz gefüllt: Mit Schülern, die Donnerstag gekommen sind, um sich das neue Madrigalchor-Projekt und mit ihm »Mozarts letztes Jahr« zur Brust, pardon, zu Gehör zu nehmen. Rundum gelungen!

So viel Aufmerksamkeit würde sich so mancher Lehrer wünschen. Wie man die Jugend fesselt, zeigen Klaus Kuchling und sein von SchüLern des BRG Viktring und BG Tanzenberg verstärkter Madrigalchor sowie die engagierten, gut disponierten Musiker vom »Collegium Carinthia«: Requiem, Zauberflöte, echte und auf die Orgel projizierte Kerzen. Dazu Moderator Wolfgang Horvath als Mozart im »Gespräch« mit dem hassgeliebten Vater; der mächtige Chor, der sich im raunenden Halbdunkel zum gewaltigen Klangkörper formiert, Solisten Cornelia Horak, Martha Hirschmann, Daniel Johannsen und Thomas Tatzl, die gesanglich »beten« und wie alle Beteiligten Lust machen auf die »erwachsenen« Konzerte heute und morgen, die für »Mozarts letztes Jahr« dann aus dem Vollen schöpfen.

Irina Lino


Mozarts letztes Jahr

14. November 2012
KRONENZEITUNG

Klagenfurt: Madrigalchor widmet sich Mozarts letztem Jahr

In den Klangsphären von 1791

»Mozart trifft Bruckner« war 2011 angesagt. Nun widmen sich Klaus Kuchling und »sein« Madrigalchor Klagenfurt Wolferls Spätwerk. Für »Mozarts letztes Jahr« holen sich die Goldkehlchen auch heuer wieder Unterstützung von anderen Chören und bleiben damit ihrer förderlichen »Jugendarbeit« treu.

Denn neben der traditionellen Zusammenarbeit mit Karin Kraßnitzers »Juventus Musical« aus Viktring stimmen von 15. bis 17. November erstmals Sänger des BG Tanzenberg mit ein. Und auch eine speziell adaptierte Version für Schulklassen am Donnerstag (10 und 11.30 Uhr) hält die Madrialchor-Tradition hoch, junge Menschen für Musik zu begeistern. Letzteres fällt beim Phänomen Mozart wohl nicht schwer. Und obwohl man auf dem Hörweg Bekanntem aus 1791 wie dem gigantischen d-Moll Requiem oder der Fronleichnams-Motette »Ave verum corpus« begegnet, verspricht Kuchling mit der Requiem-Fassung von Robert D. Levin »manch Neues«.

Für den Orchesterklang zum solistisch verbrämten Chorgesang am Freitag und Samstag im Konzerthaus sorgt das »Collegium Carinthia«, Moderator Wolfgang Horvath steuert Wissenswertes bei.

Irina Lino


Mozarts letztes Jahr

14.November 2012
KLEINE ZEITUNG

Ein Ausflug ins Jahr 1791
Es klingt wie das Requiem und doch anders: Der Madrigalchor nimmt sich Mozarts letztes Jahr vor und bricht dabei auch mit eingefahrenen Hörgewohnheiten.
Madrigalchor-Chef Klaus Kuchling möchte einen Eindruck vom unerschöpflichen Ideenreichtum Mozarts in seiner letzten Schaffensperiode geben.

Mozart soll über Franz Xaver Süßmayr gesagt haben: »Der kann ja gar nichts.« Und ausgerechnet dieser Gehilfe war es, der eines seiner heute berühmtesten und berührendsten Werke vollendete: das Requiem. Die Geschichte ist bekannt: Mozart starb 1791, bevor er das Auftragswerk für den exzentrischen Grafen Franz von Walsegg vollenden konnte. Also bat seine Witwe Constanze, die das Geld dringend brauchte, Süßmayr um die Fertigstellung. Aber der Gehilfe schlampte, und zwar unter anderem auf stilistischem und satztechnischem Gebiet. Unter den Musikern, die versucht haben, die Unzulänglichkeiten Süßmayrs zu bereinigen, ist auch der amerikanische Musikwissenschaftler Robert D. Levin.

Seine Fassung hat mittlerweile weltweit Verbreitung gefunden. Und wird nun am Wochenende auch vom Madrigalchor, Schülern des BRG Viktring und BG Tanzenbergs sowie dem »Bach Collegium Carinthia« in Klagenfurt zur Aufführung gebracht: »Kenner werden sich wundern. Denn es klingt wie das Requiem und doch anders«, macht Madrigalchor-Chef Klaus Kuchling neugierig auf einen Abend im Zeichen von »Mozarts letztem Jahr«. Auf das verweisen auch die »Zauberflöte«-Ouvertüre oder das »Ave verum«, die im ersten Teil auf dem Programm stehen.

Für die beiden Schülerkonzerte, die bereits morgen in Mozarts letztes Lebensjahr einführen werden, hat man ein eigenes Konzept entwickelt – unter anderem wird der Komponist »höchstpersönlich« anwesend sein und Ulrich Kaufmann mit Projektionen für Stimmung sorgen. »Immer öfter werden wir gefragt, warum wir diese informativen Jugendkonzerte nicht auch für Erwachsene anbieten«, erzählt Kuchling. Dem zollt man Tribut, in dem man erstmals für die »großen« Konzerte einen Moderator eingeladen hat: Der Musiker und Dramaturg Wolfgang Horvath wird unter anderem mit zeitgenössischen Berichten oder Briefen das Musikgenie ins Jahr 2012 holen.

Marianne Fischer