Mozart trifft Bruckner

MOZART TRIFFT BRUCKNER 8. und 10. April 2011 Dom zu Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Chöre Juventus Musica Viktring Kärntner Madrigalchor Klagenfurt Orchester Collegium Carinthia Leitung – Fritz Kircher Moderation der Schülerkonzerte Tibor Taylor – J. S. Bach Wolfgang Horvath – A. Bruckner Konzept der Schülerkonzerte Karin Kraßnitzer Dirigent Klaus Kuchling

Jugendkonzerte Donnerstag, 7. April  

Zwei geniale Komponisten, und dennoch zwei, die unterschiedlicher nicht hätten sein können... ... der eine ein Freigeist, der andere devot... ... Jahrhunderte ..., Lebenswelten, die sie trennen ... ... und sie treffen einander ... was sie wohl zu erzählen haben? ...eine Begegnung der »anderen« Art, auf die man gespannt sein darf!!!
Mozart trifft Bruckner 10. April 2011 KRONENZEITUNG Himmlische Süße, teuflischer Hall Vom Bläserteam wie mit Geisterhand bewegt, wiegen sich Taufkleider am Mobile im Halbdunkel des Kirchenraums: Johanes Zechners grandiose Installation »Gewand« ist es, die das Treffen von Mozart und Bruckner in die visuelle Poesie weißer Gewänder hüllt. Für Klaus Kuchlings neues Projekt, das Freitag im ausverkauften Klagenfurter Dom zwei Chöre und ein zusammengewürfeltes Orchester miteinander verschmilzt. Zuerst Mozarts »Gran Partita«: eine B-Dur Serenade, sieben Sätze, 40 Minuten. Den 18 Bläsern des »Collegium Carinthia« anvertraut, die zwar prachtvoll spielen, aber in Glanz und Glorie an der hallenden Akustik scheitern. Unstillbares Sehnen, himmlische Süße, pulsierender Schmerz zerfließen da wie in Watte gepackt zum dumpfen, unstrukturierten Einheitsklang, dem einsames, schwebendes Oboenklagen (Markus Sepperer) noch die schärfste Kontur verleiht. Danach die 88-köpfige Gesangs-Großformation, dicht an dicht gedrängt: Karin Kraßnitzers »Juventus Musica« des Viktringer Musikgymnasiums, Kuchlings Kärntner Madrigalchor. Für Anton Bruckner göttliche »Gebete« A Capella gefasst, von präzisen Posaunen-Aequales unterbrochen, in der e-Moll Messe gemeinsam weitergetragen. Das Ergebnis ist ein zweistündiges, durchwachsenes, fiktives, konzertantes »Rendezvous«, von Kuchling mit Hang zur großen Geste und nicht immer entsprechend klar geleitet, das in vollmundigen Chortiefen auch dank hervorragender Bässe überzeugt, in aggresiven, viel zu schrillen Sopranhöhen aber schmerzlich an gesangliche Grenzen stößt. Dennoch viel Applaus, und Mozarts »Ave verum« als innige Zugabe, verbunden mit der Erkenntnis, dass die passende Orchesterbesetzung nicht zwangsläufig das Treffen von Mozart und Bruckner zu rechtfertigen vermag… Irina Lino
Mozart trifft Bruckner 10. April 2011 KLEINE ZEITUNG Taufkleider-Tanz zur Musik von Anton Bruckner Gelungene Aufführung des Madrigalchors im Dom Die blütenweißen, schwebenden Taufkleider der Fasteninstallation schienen vor Freude beinahe zu tanzen, als im Dom zu Klagenfurt Anton Bruckners Messe in e-Moll erklang. Es waren auch großteils wunderbare Klänge, die hier im Kirchenraum emporstiegen: Der Kärntner Madrigalchor und der Schulchor Juventus Musica Viktring (Einstudierung Karin Kraßnitzer) wurden der avancierten Harmonik und den Klangballungen eines der kühnsten, originellsten Vokalwerke von Bruckner überwiegend gerecht. Mag sein, dass der nicht nur optisch, sondern auch hörbar frauendominierte Chor manchmal mit etwas schrillen Sopranen sang, mag sein, dass die Intonation und die Einsätze nicht immer perfekt waren, so war das Ergebnis doch beeindruckend: Unter der energischen Leitung von Klaus Kuchling wusste der großteils achtstimmig singende Riesenchor sowohl mit innigem Ausdruck als auch mit hymnisch ekstatischen Steigerungen zu überzeugen. Zuvor beeindruckend noch drei ebenfalls in großer Homogenität vorgetragene A-cappella-Motetten Bruckners: »Os justi«, »Vexilla regis« und »Christus factus est«. Begleitet wurden die Sänger vom gut disponierten Collegium Carinthia als reinem Bläserensemble. Durchhaltevermögen musste jedoch gleich zu Beginn das Publikum beweisen, denn da wurde Wolfgang Amadeus Mozarts Bläser-Serenade B-Dur KV 361 »Gran Partita« zwar mit einigen schönen Stellen, aber insgesamt mit großer Gleichförmigkeit in einer Dauer von annähernd 50 Minuten (!) wiedergegeben. Helmut Christian
Mozart trifft Bruckner 10. April 2011 NEUE KÄRNTNER TAGESZEITUNG Eine chorische Grenzauslotung »Mozart trifft Bruckner« - eine nicht unproblematische Begegnung, die der Madrigalchor im Dom bereitet. Heute noch einmal um 16 Uhr… Als Begegnung zwischen Generationen von Chorsängern sind die alljährlichen Projekte des Madrigalchores ausgerichtet, die die jungen SängerInnen des Chores Juventus aus Viktring mit an Bord holen. Entlang der Grundidee einer Begegnung von Komponisten, die einander nie trafen, waren diesmal Mozart und Bruckner an der Reihe. Allein – Mozarts »Gran Partita«, gespielt vom Collegium Carinthia, geriet unheimlich lang und wenig abwechslungsreich. Vermutlich ist dies auch auf die Kirchenakustik zu schieben, die das Luftig-Transparente Mozarts nicht ins Spiel (zu)lässt. Der »dramaturgische« Aufbau stellte die mitwirkenden Ensembles einzeln vor – und wie bei einem Theaterstück käme mit ein paar »Strichen« mehr Spannung hinein. Beim Höhepunkt, der Messe in e-Moll für achtstimmigen gemischten Chor und Bläser von Bruckner, stellen sich gemischte Gefühle ein: Nachvollziehbar, dass man auch so schwierige Literatur machen will. Bedenklich, wenn sich Schwächen zeigen, die eine andere Wahl so nicht geoffenbart hätte: fehlende und also ständig forcierte (zugegeben sehr schwierige) Höhen im Sopran; einige unbewältigte, unübliche Akkordfolgen bei allen, sowie unsichere, »einschleichende« Einsätze. Großes Unterfangen, viel Arbeit, deren Strahlkraft dann gemindert ist ... Mas
Mozart trifft Bruckner 8. April 2011 KLEINE ZEITUNG Musik bis in den Himmel Mozart traf Bruckner beim Jugendkonzert Schon wieder die Bassetthörner! »Immer sind sie zu spät«, klagt Klaus Kuchling und lässt sie zur Strafe gleich einmal ein Ständchen spielen. Und für so manchen Jugendlichen im Publikum ist es wahrscheinlich die erste bewusste Begegnung mit dem Instrument aus der Klarinettenfamilie. Der Kärntner Madrigalchor und der Juventus Musica luden am Donnerstag im Klagenfurter Dom zu den Jugendkonzerten ihres Programms »Mozart trifft Bruckner«. Und nahmen das durchaus wörtlich, denn Mozart und Bruckner führten nicht nur einen musikalischen Dialog, sondern traten auch ad personam auf: Tibor Taylor als Mozart und Wolfgang Horvath als Bruckner sorgten dafür, dass die Jugendlichen einiges aus dem Leben der Komponisten erfuhren etwa, dass Bruckner seine Musik umschrieb, wenn jemand daran Kritik äußerte. Was Mozart die Äußerung entlockte: »Wenn's vom Herrgott kommt, reicht es bis zum Himmel«. Wie himmlisch die Musik der beiden ist, bewiesen die beiden Chöre sowie das Collegium Carinthia unter anderem mit Teilen aus Mozarts »Gran Partita« und Bruckners »e-Moll-Messe« - die auch am Freitag (20 Uhr) und am Sonntag (16 Uhr) bei den beiden großen Konzerten auf dem Programm stehen. MF
Mozart trifft Bruckner 7. April 2011 KLEINE ZEITUNG Im Gewand eines Genies Tibor Taylor (37), Schauspieler in Berlin, verkörpert in seiner alten Heimat beim Klagenfurter Domkonzert »Mozart trifft Bruckner« das Genie der Klassik. Egal ob Serienkiller, Terrorist oder skrupelloser Immobilienspekulant, in der Rolle eines Bösewichtes gefällt sich Tibor Taylor. »Die Faszination liegt im Verrückten. Das ist für mich einfach spannend«, sagt der 37-Jährige, der in Klagenfurt aufgewachsen ist und nach dem Filmschauspiel-Studium in New York und Los Angeles seit fünf Jahren in Berlin seiner Profession als Schauspieler und seinem Beruf als Immobilienmakler nachgeht. Zu einem kurzen Gastspiel kommt es für den ausgebildeten Theaterschauspieler heute bei den Jugendkonzerten zu »Mozart trifft Bruckner« in seiner alten Heimat. Wie könnte es anders sein, schlüpft Taylor in die Rolle einer spannenden Person: Er verkörpert das Genie Wolfgang A. Mozart. »Der wäre heute so eine Art Punk-Rocker. Quasi eine Lady Gaga auf Mann«, vergleicht Taylor. Auf seinen Auftritt mit Anton Bruckner alias Wolfgang Horvath freut er sich schon. »Ich wurde gefragt und habe sofort zugesagt.« Schließlich konzertiert sein ehemaliger Schulchor, Juventus Musica, gemeinsam mit dem Kärntner Madrigalchor Klagenfurt und dem Brass Collegium Carinthia. Und: Eine Woche Heimaturlaub gibt es als Zuckerl dazu. »Ich genieße die Zeit, lese viel und mache mit dem Mountainbike die Gegend unsicher«, erzählt Taylor, der so einige Sportarten beherrscht: Windsurfen, Tauchen, Karate, Akrobatik, Reiten, um ein paar zu nennen. Aber auch musikalisch hat er einiges auf dem Kasten: Während der Schulzeit am Musikgymnasium Viktring lernte er Saxofon, Klavier und Klarinette. Demnächst ist Taylor in der deutschen Kinoproduktion »Thallium« zusehen und bald in »Klappe Cowboy«. Er steht aber nicht nur gerne vor der Kamera. »Einmal habe ich fünf Kinofilme hintereinander gesehen. Mein absoluter Rekord.« Seine Traumrolle am Wörthersee: »Ein Baumogul, der das ganze Ufer vollpflastern will und erfolgreich daran gehindert wird.« Esther Farys

Mozart trifft Bruckner

7. April 2011 KRONENZEITUNG Chorgesang, Originalklang Domorganist Klaus Kuchling sprüjht vor Überschwang. Und dass der Leiter des Madrigalchors große Töne anschlägt, um sein neues Großprojekt in Worte zu fassen, ist passend. Immerhin lässt er mit Mozart und Bruckner zwei große Komponisten aufeinandertreffen, die einander für zwei Konzerte im Klagenfurter Dom die Hände reichen. Historisch gesehen, trennt die beiden zwar ein Jahrhundert, aber diese Fiktion unter dem Titel »Mozart trifft Bruckner« kann sich sicher hören lassen. Immerhin verschmelzen mit Kuchlings Madrigalchor und Karin Kraßnitzers »Juventus Musica« des Viktringer Musikgymnasiums zwei Kärntner Vorzeigechöre, deren Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren für Hörgenuss sorgte. Und auch heuer hat sich Kuchling die Qualitätslatte mehr als hoch gelegt, um kleine und große Ohren mit virtuoser Gesangskunst und leuchtendem Originalklang zu verwöhnen: »Für die traditionellen Schülerkonzerte nach dem Konzept von Karin Kraßnitzer treffen sich  Mozart und Bruckner heute nicht nur konzertant, sondern ad personam. So können wir noch besser Geschichten erzählen und für Musik begeistern.« Begeisterung bricht aber auch angesichts des Konzertprogramms aus, das am 8. April um 20 Uhr und am 10. April um 16 Uhr im Klagenfurter Dom schlichte Schönheit mit exzessivem Ausdrucksstreben und immenser Klanggewalt verbindet. »Drei Monate haben wir dafür intensiv geprobt«, erzählt Kuchling. Das Ergebnis verspricht ein spannungsgeladenes Wechselspiel von Chorgesang & Orchesterklang, das Mozarts »Gran Partita« ausschließlich mit Bläsern des »Collegium Carinthia« in den Kirchenraum gießt, um danach Bruckner mit dem Chor A Cappella zu umfassen und im Finale für »Christus factus est« gemeinsam mit dem Orchester weiterzutragen Irina Lino

Mozart trifft Brucker

7. April 2011 NEUE KÄRNTNER TAGESZEITUNG Kein Sparprogramm, sondern voller Klang Mozart trifft Bruckner: Und dieses Treffen der Kontraste über die Zeiten hinweg arrangiert wieder, wie schon des Öfteren, der Madrigalchor. Geprobt wird auf Hochtouren für das Konzertwochenende... 

Klagenfurt Es wird ein richtig dramaturgischer Aufbau: Zuerst kommen die einzelnen Ensembles, Bestandteile des Abends, mit je einem Musikstück zur Vorstellung. Und dann, zum Schluss, formieren sie sich alle zu großen Klangkörpern: Um die e-Moll-Messe von Anton Bruckner für achtstimmigen gemischten Chor und Bläser ertönen zu lassen... Ein guter Leitfaden... Mozart trifft Bruckner – so heißt es diesmal beim Madrigalchor, der das Projekt gemeinsam mit dem Chor Juventus Musica Viktring und dem Collegium Carinthia umsetzt. »Diese Idee des Aufeinandertreffens gegensätzlicher Komponisten ist vor ein paar Jahren entstanden – und bleibt ein guter Leitfaden. Sie ist sehr inspirierend für uns alle, denn der Madrigalchor pflegt, nun seit 13 Jahren mit mir, die große stilistische Vielfalt – weg vom Mainstream. Wir haben mit John Surman was gemacht, mit Michael Erian... und immer wieder auch mit den jungen Sängern der Kollegin Karin Krassnitzer aus Viktring. Für die es ein Erlebnis, eine Erfahrung der besonderen Art ist, schon in jungen Jahren z. B. die Chichester-Psalmen zu singen«, so Chorleiter Klaus Kuchling. Dies und das Anliegen der Kunstvermittlung an Schulen gehörte immer schon zur Idee dieser Konzerte. »Das ist keine Einnnahmequelle für uns, denn wir liefern keine Sparversion, keine kammermusikalische Abspeckvariante. Wir sind 60 Sängerinnen und Sänger, dazu kommen 20 von Juventus dazu – das gibt die nötige Power...«. Neben zwei obligaten, wie immer eingebauten Schülerkonzerten (Donnerstag um 10 und 11.30 Uhr) gibt es die zwei publikumsoffenen: Am Freitagabend um 20 Uhr und am Sonntagnachmittag um 16 Uhr – beides im Dom. Mozart trifft Bruckner genau dort, unter der blütenweißen Installation von Johanes Zechner. Maja Schlatte

Mozart trifft Bruckner

6. April 2011 KLEINE ZEITUNG Die »Johannespassion« geriet im Vorjahr bei der Schüleraufführung zu einer öffentlichen Gerichtsverhandlung und zum musikalisch-szenischen Aufruf gegen Mobbing. Und auch heuer haben sich der Kärntner Madrigalchor und der Juventus Musica (der Schulchor des Gymnasiums Viktring unter der Leitung von Karin Krassnitzer) wieder etwas Besonderes einfallen lassen: Wie in den  vergangenen fünf Jahren stellt man gemeinsam ein besonderes Projekt auf die Füße, bei dem  neben den traditionellen Konzerten auch großes Augenmerk auf die Jugend gelegt wird. Wenn morgen Vormittag in Dom zu Klagenfurt unter der Leitung des Madrigalchor-Chefs Klaus Kuchling Mozart auf Bruckner trifft, bekommen die Schüler einen Einblick in das Leben zweier Komponisten, deren Treffen biografisch unmöglich war (Mozart starb 1791, Bruckner wurde 1824 geboren). Und natürlich gibt es auch eine ordentliche Ladung Musik (die volle Ladung folgt in den zwei großen Konzerten Freitag und Sonntag), die auf die Unterschiede der beiden Komponisten setzt. Sprich: Vom »Exzentriker« Mozart gibt es die Bläserserenade »Gran Partita«, die in ihrer schlichten Schönheit in Peter Shaffers »Amadeus« dem Mozart-Rivalen »Salieri« die Tränen in die Augen treibt und vom fast mönchisch lebenden Bruckner dessen klanggewaltige »Messe e-Moll« sowie A-cappella-Motetten. Marianne Fischer