Madrigalchor Klagenfurt

Missa Solemnis

LUDWIG VAN BEETHOVEN – MISSA SOLEMNIS
20. November 2003
Konzerthaus Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Solisten
Tünde Szaboki – Sopran
Annely Peebo – Alt
Stephen Chaundy – Tenor
Wolfgang Bankl – Bass

Chöre
Konzertchor der Dommusik
Leitung – Thomas Wasserfaller
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt 
Leitung – Klaus Kuchling

Orchester
Domorchester
Konzertmeister – Helmut Rosson

Orgel
Klaus Kuching 

Dirigent
Thomas Wasserfaller

PROGRAMM

Ludwig van Beethoven (1771 - 1827)
Missa Solemnis in D-Dur op. 123
für Soli, Chor, Orchester und Orgel


Missa Solemnis
15. November 2003 
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Beethovens feierliches Vermächtnis an uns

Die »Missa Solemnis« aufzuführen ist ein tollkühnes Unterfangen; Domchor und Dommusik unter Thomas Wasserfaller wagen es. Aufführung am Donnerstag, öffentliche Generalprobe am Mittwoch.

Die Landeshauptstadt freut sich auf ein Kulturereignis im Konzerthaus am kommenden Donnerstag. Alle Karten sind bereist restlos verkauft! Mit grosser Besetzung wagt man sich an ein grosses Werk heran. Beethovens Missa Solemnis steht am 20. November um 19.30 Uhr im Grossen Saal des Konzerthauses auf dem Programm.

»Wir sind es gewohnt, Beethoven stets auf der Zinne des Kunsttempels zu finden, wie hätte er hier, ein Dank- und Sühneopfer am Altare des Herrn niederlegend, eine minder hohe Stufe betreten wollen!« So heisst es in einer Rezension aus demJahr 1828 über die Missa Solemnis von Ludwig van Beethoven, verfasst von Georg Christoph Grosheim (1764-1841).

Ein würdiges Werk

Und weiter heisst es im Jahr 1828: »Größe und Schönheit, welche sich hier, bald in Lobgesängen, dann in stiller Demuth und ängstlicher Bitte zu entwickeln drängen, dies nach Würden darzustellen, überlasse ich gern einem Gewichtigeren der Tonkunst, indem ich mich nur auf die möglichst einfache Anzeige des Werkes beschränke.«

Und dem schließen wir uns gerne an: Am 20. November werden unter der Leitung von Dirigent Thomas Wasserfaller der Madrigalchor, der Konzertchor, der Domchor und das Domorchester im Konzerthaus die Missa Solemnis aufführen. Die ausführenden Solisten sind Tünde Szaboki (Sopran), Annely Peebo (Alt), Stephan Chaundy (Tenor) und Wolfgang Bankl (Bass)

Aber eine Chance, dieses umfassende und beeindruckende Werk Beethovens doch noch zu hören – falls man keine Karten ergattern konnte – besteht dennoch: Am Vortag, am 19. November, findet nämlich um 19 (!) Uhr eine öffentliche Generalprobe statt, zu der Zählkarten ausgegeben werden.

Live-Übertragung im Radio

Radio Kärnten überträgt das Konzert direkt am Donnerstag. So können alle Musikliebhaber selbst miterleben, wie beim »Gloria«  »… die ganze Masse bestehender Blas- und Saiteninstrumente hier in Anspruch genommen werden, und hoch hinauf jubeln alle, jedes in der ihm eigenthümlichen Art.« Zum Schluss erfolgt dann ein langer, kontrapunktischer Instrumentalsatz, »… der zur Conclusion des Ganzen führt, zu der nicht das gewöhnliche ›Amen‹ , sondern die Worte ›Agnus Dei, dona nobis pacem‹ genommen werden.«

GRB


Missa Solemnis
22. November 2003
KLEINE ZEITUNG

Mit Klangmassen an die Grenze des Machbaren

Die »Missa solemnis« als solider Achtungserfolg

Es gilt in diesem Genre als eines der schwierigsten Werke, das fallweise die Grenzen der gesanglichen Ästhetik überschreitet und höchste Anforderungen an Kondition und Konzentrationsfähigkeit aller Beteiligten stellt. Trotzdem wählte es Thomas Wasserfaller aus und stellte sich mit seinem Domchor, dem Kärntner Madrigalchor (Leitung: Klaus Kuchling, auch an der Orgel) und dem Domorchester dem ehrgeizigen Unterfangen, mit Laienchören Betthovens »Missa solemnis« aufzuführen.

Das anerkennenswerte Vorhaben wurde ein solider Achtungserfolg, stieß jedoch an die Grenzen des Machbaren. Thomas Wasserfaller setzte auf Kraft und Expressivität, motivierte mit großer Energie die chorischen Massen, die mit vollem Einsatz manchmal etwas unhomogen und zu sehr an den Noten haftend sangen. So manche rhythmische Unsauberkeit – besonders bei den Übergängen – war zu hören, insgesamt hätte man sich eine bessere Durchhörbarkeit gewünscht.

Zelebriert

Solides Niveau auch im Orchester, was jedoch durch mehrere »Kickser« beim Horn gemindert, hingegen durch ein wunderbares Violinsolo von Konzertmeister Helmut Rosson beim auch vom Chor schön zelebrierten »Benedictus«  weit erhöht wurde.

Herausragend aus dem Solistenquartett: Annely Peebo, Mitglied der Wiener Volksoper und Moderatorin des Song Contest 2003 in Estland mit ihrem wunderbar timbrierten Alt. Wolfgang Bankl sang mit profundem Bass. Tünde Szaboki brachte ihren voluminösen Sopran ein. Der schön klingende Tenor von Stephen Chaundy hatte für diese Rolle zu wenig Kraft.

Viel Applaus im übervollen Klagenfurter Konzerthaus.

Helmut Christian


Missa Solemnis
22. November 2003 
KRONEN ZEITUNG

Dreimal Sechs vor Ida

Das Publikum ist restlos begeistert. Der Dirigent dagegen fühlt sich »ernüchtert«, besonders vom Chor. »Sechs vor Ida« ist besonders heikel und wird noch einmal und noch einmal und noch einmal probiert – manchmal ist eine Generalprobe reizvoller als die Aufführung: Beethovens »Missa solemnis« im Konzerthaus Klagenfurt.

Der Durchlauf am Mittwoch ließ auch für kritische Zuhörer – bis auf ein paar verschleppte Tempi gegen Ende und manchen nicht ganz sauberen Übergang – wenig zu wünschen übrig. Dirigent Thomas Wasserfaller jedoch, seit einem Jahr Domkapellmeister und mit diesem Konzert erstmals groß »außer Haus«, ging mit der sängerischen Hundertschaft aus Madrigal- und Domchor streng ins Gedricht – und ließ nach der Generalprobe ordentlich weiter üben.

Das größte, bunteste Domorchester aller Zeiten hatte bloß ab »sechs vor Ida« (also sechs Takte vor dem Buchstaben I in der Partitur) Probleme, musizierte sonst prächtig und hatte in Helmut Rosson einen Konzertmeister, der das Solo im Benedictus zum Hinschmelzen schön geigte.

Im starken Solistenquartett fiel nur Tenor Stephen Chaundy etwas ab, ulkte dafür aber (mit Dirigierübungen, Tänzchen und Mienenspiel) mehr herum als Tünde Szaboki (Sopran), Annely Peebo (Mezzo) und Wolfgang Bankl (Bass) zusammen – Generalprobe hat was für sich!

Frieda Stank


Missa Solemnis
22. November 2003 
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

»In die Herzen der Reinen«

Mächtig und harmoniegeladen überwältigten Donnerstag Abend der Konzertchor der Dommusik und der Kärntner Madrigalchor gemeinsam mit dem Domorchester das andächtige Publikum im Konzerthaus. Beethovens Missa Solemnis in D-Dur op. 123 begeisterte unter der engagierten Leitung von Thomas Wasserfaller mit den überzeugenden Solisten Tünde Szaboki, Annely Peebo, Stephen Chaundy und Wolfgang Bankl. Beethovens Werk hatte am 7. April 1824 in St. Petersburg seine erste Gesamtaufführung. Genau einen Monat später kam Beethovens neunte Symphonie in Wien zur Uraufführung.

Freilich verlangt das sakrale Werk den zugehörigen Rahmen, aber die ergreifende Wirkung war im »Großen Saal« trotzdem gegeben.
»Und das beglückende Gefühl des Friedens zieht ein in die Herzen der Reinen« (1828).


Missa Solemnis
25. November 2003
WOCHE KLAGENFURT

Großartig: Missa solemnis

Beethovens Missa solemnis-Aufführung füllte Konzerthaus bis auf den letzten Platz.

Beethovens Werk an sich, die Missa solemnis in D-Dur op. 123 ist großartig und die Interpreten des »Kärntner Klangbogen-Konzertes« waren es nicht minder. Der Konzertchor der Dommusik, Leitung Thomas Wasserfaller, der Kärntner Madrigalchor, Leitung Klaus Kuchling, das Domorchester mit Konzertmeister Helmut Rosson, an der Orgel Klaus Kuchling, als Dirigent Thomas Wasserfaller und hochkarätige Solisten, die weltweit größte Anerkennungen finden, bescherten dem begeisterten Publikum, u. a. Bischof Dr. Schwarz und Vzbgm. Canori einen unvergesslichen Konzertabend.