Madrigalchor Klagenfurt

Missa deus est caritas

Manfred Länger: Gloria aus der „missa deus est caritas“ 2013

Manfred Länger: Credo aus der „missa deus est caritas“ 2013

 

MISSA DEUS EST CARITAS
Missa in c von Manfred Länger
Sonntag, 02. März 2014 – 10 Uhr
Dom zu Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Chor
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Klarinette
Simon Pibal

Kantorin
Petra Schnabl-Kuglitsch

Orgel und Leitung
Klaus Kuchling 

Zelebrant
Bischofsvikar Kons.Rat Dr. Peter Allmaier

PROGRAMM

Manfred Länger
Missa deus est caritas – Kärntner Erstaufführung
Credo – Uraufführung

Kyrie
Jene Momente, in denen wir erkennen, Schuld auf uns geladen zu haben, sind wohl sehr unterschiedlich. So wird auch hier die Bitte um Vergebung auf verschiedene Art und Weise ausgedrückt. Erschrocken leise vor sich selbst, laut hinausrufend und flehend im Kyrie eleison, aber auch zuversichtlich und zur Ruhe kommend, im Wissen um die Liebe unseres verzeihenden Gottes im Christe eleison.

Gloria
Der freudige Jubel über die Größe Gottes ertönt hier meist homophon, gekennzeichnet durch viele Taktwechsel, die dem Sprachrhythmus des Textes und der Erzählweise folgen, dafür ohne jegliches Kreuz- oder Be-Vorzeichen.

Credo
Im Anklang an die Sequenz »Ubi caritas et amor« bewegt sich das Credo liebevoll und angenehm, so wie unser Glaube auch ist: In einer Welt, die uns wahrlich nicht nur Schönes bietet, ist es fast schon »unglaublich«, sich in so einem Glauben getragen und geborgen zu fühlen…

Sanctus
Der Chor der Engel wird angeführt vom Solosopran, der eine leichtfüßige Melodie singt, die zunächst vom Solotenor und dem Chorsopran übernommen wird. Danach mündet sie in den vollen Lobgesang des Hosanna. Am Ende verklingen die Himmelsklänge in hellem und zartem Ton.

Benedictus
Der irdische Lobgesang wird einen Ton tiefer von einem Sopransolo angestimmt. Danach singen drei Sopransoli direkt hintereinander, begleitet vom Chor, bis eben jener die Melodie übernimmt und weiterentwickelt. Das Hosanna ist zunächst dasselbe wie im Sanctus, bleibt jedoch »irdisch kräftig«. Am Ende gesellen sich die drei Sopransoli wieder dazu.

Agnus Dei
Eine schlichte Melodie bittet um das Erbarmen Gottes. Sie steigert sich bei der Bitte um Frieden zunächst in einen leidenschaftlichen Ausbruch. Die Gewissheit der Zusage dieses Friedens von Gott an uns lässt das Agnus Dei aber in Ruhe sein Ende finden.

CREDO – in unum Deum, qui est caritas
Ubi caritas et amor, Deus ibi est.
Wo die Güte und die Liebe, dort ist Gott.

Congregavit nos, in Christi amor.
Versammelt hat uns in Eintracht Christi Liebe.

Exsultemus, et in ipso iucundemur.
Lasst uns jubeln und in ihm uns freuen.

Timeamus, et amemus Deum vivum.
Lasst uns den lebendigen Gott fürchten und lieben.

Et ex corde diligamus nos sincero.
Und aus aufrichtigem Herzen wollen wir einander lieben.

Cessent iurgia maligna, cessent lites.
Weichen sollen boshafte Zänkereien, weichen sollen Streitigkeiten.

Ne nos mente dividamur, caveamus.
Hüten wir uns, dass wir uns im Geist nicht trennen.

Simul quoque cum beatis videamus.
Zugleich auch mit den Seligen wollen wir schauen.

Gaudium, qui est immensum, atque probum.
Eine Freude, die unermesslich ist und lauter.

Credo in unum Deum, qui est caritas et donat vitam opulentam.
Ich glaube an den einen Gott, der die Liebe ist und uns ein Leben in Fülle bietet.

Credo in Jesum Christum, filium eius, fratrem nostrum, qui homo factus demonstravit nos divinitatis participes.
Ich glaube an Jesus Christus, seinen Sohn, unseren Bruder, der uns als Mensch gezeigt hat, dass wir Anteil am Göttlichen haben.

Credo in Sanctum Spiritum, qui nos vigilantes et firmos facit, ut iniuriam cognoscere et amantes servire possimus.
Ich glaube an den Heiligen Geist, der uns wachsam und stark macht, dass wir Unrecht erkennen und in Liebe dienen können.

Credo in ecclesiam, quae est communio Christianorum, et in evangelium, quod est nuntius liberans caritatis perpetuae.
Ich glaube an die Kirche, die die Gemeinschaft der Christen ist, und an das Evangelium, das die befreiende Botschaft der unendlichen Liebe ist.

Credo in mundum, ubi pax per caritatem Christianam in libertate existit.
Ich glaube an eine Welt, in der durch die christliche Liebe der Friede in Freiheit gelebt werden kann.

Credo in illos homines, qui amant et servant et qui alios adiuvant.
Ich glaube an jene Menschen, die lieben und dienen, und die anderen zu Hilfe kommen.

Credo mortem non finem, sed vitam aeternam caritate conditam esse, quoniam Deus ipse est caritas.
Ich glaube daran, dass der Tod nicht das Letzte sein wird, sondern das ewige Leben in der Liebe, weil der eine Gott die Liebe selbst ist.

Amen.


VORWORT
Die »missa deus est caritas« erfreut den Zuhörer gleichermaßen wie den ausführenden Chor durch eine kantable Melodieführung, gepaart mit rhythmisch prägnanten Themen und einer nah am Text entwickelten Motivik.

Das anspruchsvolle, für ambitionierte Chöre geschriebene a-cappella Werk fordert den Chor einerseits durch rhythmisch prägnante, packende Abschnitte im Kyrie und Gloria, andererseits durch klanglich wunderschöne, bis zur Siebenstimmigkeit anwachsende, eingängige, manchmal sphärische Harmonik.

Drei Solosoprane, ein Solotenor und ein variables Soloensemble haben die Möglichkeit, in angenehmer Lage zu glänzen.  

Manfred Länger


Missa deus est caritas
28. Februar 2014
KLEINE ZEITUNG

Eine Kärntner Erstaufführung

Seine »Missa deus est caritas« erlebt die Kärntner Erstaufführung, das »Credo« überhaupt die Uraufführung. Der Madrigalchor unter der Leitung von Klaus Kuchling singt am Sonntag Manfred Längere Missa in c im Dom zu Klagenfurt.

Der 1968 in Völkermarkt geborene Komponist, der am Wiener »Diözesankonservatorium für Kirchenmusik« Chorleitung, Dirigieren, Chorgesang und Stimmbildung unterrichtet, hat das A-cappella-Werk für Chor, drei Solosoprane und einen Solotenor geschrieben. Ausserdem mit dabei: Simon Pibal.


Missa deus est caritas
April 2014
CHOR AKTUELL

Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Als bei der Sonntagsmesse am Vormittag des 2. März das Kyrie im Klagenfurter Dom verklungen war, meinte Dompfarrer Peter Allmaier: »Sie können es nicht sehen, aber sie haben sicher alle gehört, dass heute der Madrigalchor in unserem Gotteshaus zu Gast ist.« Einen Chor an seinem typischen Klang zu erkennen, ist wohl das schönste Lob, das man sich vorstellen kann.

Das angesprochene Kyrie stammte aus der »missa deus est caritas« von Manfred Länger, mit dem der Madrigalchor schon mehrere Projekte umgesetzt hat. Teilweise war diese Messe sogar eine Erst- bzw. Uraufführung, was dem musikalischen Gotteslob einen besonderen Glanz verlieh. Zur Entstehung des Werkes meint der Komponist: »Es war mir ein großes Bedürfnis, die Liebe und Barmherzigkeit unseres Gottes und das kompromisslose Weitergeben und Weiterleben dieser Liebe durch Jesus Christus, sowie durch alle Menschen, die vom göttlichen Geist erfüllt sind, in den Vordergrund zu stellen.« Dieser Gedanke war in der innigen und auch schwungvollen Musik deutlich zu hören, ja zu spüren.

Besonders erfreut war der Madrigalchor vom Lob des Komponisten Manfred Länger, das wir hier mit seiner Genehmigung abdrucken dürfen: »Gestern habe ich mir die Aufnahme vom Sonntag, die mir Klaus Kuchling gleich geschickt hat, angehört. Ich gratuliere Euch sehr herzlich und bin dankbar für Eure schöne Interpretation! Ich weiß, dass manche Abschnitte der Messe nicht ganz so leicht sind, habe in dieser Hinsicht vor allem das sehr zügige Tempo im Kyrie bewundert. Besonders gefreut hat mich das Gloria, das Ihr so leichtfüßig und tänzerisch gestaltet habt. So habe ich mir das lustigerweise eigentlich nicht vorgestellt, es gefällt mir aber besser so, ihr habt mich überzeugt!

Der Chorklang ist, wie immer, sehr schön weich und rund, das ist natürlich für die lyrischen und klanglichen Passagen in den anderen vier Teilen ein Hit. Vielen Dank auch an die Soli und Simon Pibal für das schöne Klarinettenspiel beim Credo!«

Was bleibt da noch hinzuzufügen?

Horst Danner