Lux aeterna

LUX AETERNA
12. und 13. November 2010
Dom zu Klagenfurt und Stadtpfarrkirche Friesach

AUSFÜHRENDE

Kärntner Madrigalchor Klagenfurt
Leitung – Klaus Kuchling

Orgel
Peter Planyavsky

Auswahl und Rezitation  der Texte
Dompfarrer Dr. Peter Allmaier – Klagenfurt
Propstpfarrer Mag. Dr. Richard Pirker – Friesach

Licht und Installation
Stefan Schweiger

PROGRAMM

Orgelimprovisation

Text: Ein Leben nach dem Tode

Morten Lauridsen
Lux Aeterna

Maurice Duruflè (1902–1986)
Requiem
Kyrie
Domine Jesu Christe

Text – Eine Liebe erwartet mich

Agnus Dei

Lux aeterna

Orgelimprovistion

Peter Planyavsky (*1947)
Jubilate

Orgelimprovisation

Morten Lauridsen (*1947)
Lux aeterna

Requiem aeternam

In te, Domine, speravi

O Nata Lux

Veni sancte spiritus

Agnus Dei – Lux aeterna


Requiem
Maurice Duruflè (1902–1986)

Obwohl Duruflè nur wenige Kompositionen veröffentlichte (sein Werkverzeichnis umfasst gerade einmal 14 Opuszahlen), hat sich sein kirchenmusikalisches Œuvre auch im deutschsprachigen Raum schnell verbreitet. Viele Kirchenchöre haben die Vier Motetten über Gregorianische Themen op. 10 aus dem Jahr 1960 im Repertoire, sein letztes Werk, der kurze Vater-unser-Chorsatz op. 14 (1976), ist ebenfalls oft zu hören. Sein bekanntestes Werk aber ist das Requiem op. 9, das er 1947 vollendete und in drei Fassungen herausgab. Der Gregorianische Choral hat viele seiner Werke beeinflusst, zum Teil zitiert er Originalmelodien, zum Teil lehnen sich seine erfundenen Melodien an den Gregorianischen Choral an. Sein Requiem orientiert sich an demjenigen von Gabriel Faurè. Wie dieser lässt auch Duruflè das »Dies irae« weg und betont stattdessen den Gedanken der Hoffnung und Erlösung.

Lux aeterna
Morten Lauridsen (*1943)

Morten Lauridsen, Composer in Residence des Los Angeles Master Chorale und Vorsitzender der Abteilung für Komposition an der University of Southern California Thornton School of Music, ist einer der meistaufgeführten Komponisten Amerikas. Seine sechs vokalen Zyklen sind zu Standardwerken geworden und werden regelmässig von führenden Ensembles und Solisten in der ganzen Welt dargeboten. Als Empfänger von zahlreichen Stipendien, Preisen und Aufträgen hat Morten Lauridsen bei Ingolf Dahl, Helsey Stevens und Robert Linn Komposition studiert. Er lebt abwechselnd in Los Angeles und in seinem Sommerhaus auf einer abgelegenen Insel vor der nördlichen Küste von Washington State. 

»Lux aeterna wurde für den Los Angeles Master Chorale und seinen hervorragenden Leiter, Paul Salamunovich komponiert und ist am 13. 4. 1997 von diesem uraufgeführt worden. Das Werk besteht aus fünf Sätzen, die ohne Unterbrechung durchgespielt werden. Die lateinischen Texte sind geistlichen Ursprungs und beinhalten allesamt Bezüge zum Thema Licht. Das Stück beginnt und endet mit dem Anfang und Schluss der Requiem-Messedie drei mittleren Sätze stammen jeweils aus dem Te Deum (mit einer Zeile aus Beatus Vir), O Nata Lux und Veni, Sancte Spiritus.

Die instrumentale Einleitung zum Introitus erinnert an Motivfragmente aus zwei Stücken, die mir besonders am Herzen liegen (meine Umsetzungen von Rilkes Contre Qui, Rose aus Les Chansons des Roses und O Magnum Mysterium), die im ganzen Werk in unterschiedlichen Ausprägungen wiederkehren. Etliche neue Themen werden anschliessend vom Chorus eingeführt, darunter ein erweiterter Kanon über »et lux perpetua«. »In te, Domine speravi« enthält neben anderen musikalischen Elementen den Cantus firmus »Herzliebster Jesu« und einen längeren Krebskanon über »Fiat Misericordia«. »O Nata Lux« und »Veni, Sancte Spiritus« sind gepaarte Lieder, ersteres eine a cappella Motette und letzteres eine geistvolle, jubilierende Weise. Die zurückgenommene Einbettung des Agnus Dei geht dem abschliessenden »Lux aeterna« voran, das die Anfangssektionen des Introitus erneut aufgreift und mit einem freudigen Alleluja abschliest. Lux aeterna ist für Chor und Orgel geschrieben und ist auch in einer alternativen Instrumentierung für Chor und Kammerorchester – Streicher und sieben Bläser – verfügbar.«


Lux aeterna
Oktober/November 2010
DIE BRUECKE 111

Was einen Chor ausmacht.

Oder: Da war schon viel Gutes dabei!

Ein Einblick in das Leben mit dem Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Das Leben mit dem Chor muss gut geplant sein, ähnlich wie das Leben mit Hund und Kind. Denn der Chor braucht Zuwendung, Leidenschaft, Freude und Zeit.  Wenn man bereit ist dies alles aufzubringen, dann gibt es noch hunderte Ausreden um nicht in einem Chor zu singen – 64 davon hatte Manfred Länger 2008 für das damals anstehende Jubiläumskonzert des Madrigalchores vertont, und ich selbst würde keiner einzigen zustimmen, außer vielleicht Ich kann nicht singen!!

Das ist zugleich aber auch eine gängige Ausrede, die von Sängern häufig verwendet wird um sich vor Kleingruppenaktivitäten musikalischer Natur und/oder Konzerten zu drücken. Dabei ist der Chor, wie ich ihn von klein auf erlebt habe eine Gemeinschaft, die mir mit den Jahren zu einer Erweiterung meiner Familie wurde – mit Treffen der Chorjugend zum Filme ansehen, mit gemeinsamen Mittagessen und Diskussionen über die Zukunft. Und ich schreibe mit dem Jahren, so dass es klingt als wäre ich schon ewig dabei, obwohl es jetzt erst drei Jahre werden, die ich als aktives Mitglied mit dem Madrigalchor singe und lebe.

Was für eine Zeit, denke ich dann und erinnere mich gerne zurück an die Proben und die Aufführungen, vergesse dabei aber oft die Mühen, die damit verbunden waren – lange Anfahrtszeiten, zu Probenbeginn eines neuen Werkes viel falsche Töne, aufkommende Verzweiflung wegen Rhytmusunstimmigkeiten in den Stimmgruppen und so manche andere Momente, die sich zum Glück irgendwann in schöne Musik verwandelten.

Was für eine Zeit!

Jedes Chorprojekt ist auf seine eigene Weise etwas besonderes und berührt die Sänger, ob es nun das Gefühl ist, gemeinsam etwas geschaffen zu haben, oder ob es die Musik ist, die einen bewegt und nicht mehr loslässt – ein jedes Mal ist es einzigartig und wer in einem Chor singt der weiß das auch. Und wer im Publikum sitzt, merkt es ebenfalls, wie bei unserer heurigen Uraufführung des Kammeroratoriums  Elisabeth von Thüringen, bei der Nikolaus Fheodoroff es mit seiner Musik geschafft hat  ein Unbegreifliches greifbar zu machen und die Herzen aller Beteiligten für ihre Geschichte zu öffnen.

Doch es sind immer mehrere Menschen an der Entstehung dieser Momente beteiligt, wie unser Chorleiter, Klaus Kuchling, der es schafft uns in die Welt der Tonhöhen und Notenwerte zu entführen, so dass die Angst vor dem Einsatz vergeht, die Musiker des Collegium Carinthia und den oft überirdischen Melodien, die Solisten und die Menschen, die, heilige Güte, im Hintergrund bleiben – Edith, Sylvia, Stefan und die vielen anderen. Und natürlich Peter Weikert, von dem das Zitat in der Überschrift (Da war schon viel Gutes dabei!) stammt, mit dem er uns nach Stunden der CD-Aufnahmen noch zu motivieren versucht. Und häufig gelingt ihm das! Die Resultate sind Tonträger, die nicht nur Audiodateien beinhalten, sondern auch Erinnerungen und Gefühle – sie sind wie liebgewordene Familienandenken und man hört und sieht sie sich gerne an. Auch die vielen Fotos von den emsigen Hobby- und Profifotografen des Chores gehören hier dazu – ob von Konzerten und Geburtstagsfeiern, oder von gemeinsamen Ausflügen in die Natur.

Und es warten noch viele schöne Erlebnisse und aufregende Probenwochen auf uns: etwa das Projekt Lux aeterna mit Peter Planyavsky an der Orgel, die 2011 gemeinsam mit dem Juventus Musica geplanten Schülerkonzerte mit Werken von Bruckner und die Uraufführung von Passio – der zweite Teil der Trilogie Servabo des Komponisten Guido Morini.

Wer sich nun denkt: Das klingt nach einer Menge Arbeit! dürfte damit richtig liegen, doch die Mühen sind es allemal wert, auch wenn man viel Energie dafür aufwendet und man sich die Zeit einplanen muss, denn das Leben mit dem Chor muss gut geplant sein, ähnlich wie das Leben mit Hund und Kind.

Christina Mlatschnig


Lux aeterna
Oktober/November 2010
DIE BRUECKE 111 

Frisch, aktuell und in Aufmachung und Themenfindung beispielgebend – »DIE BRÜCKE« ist die (über)regionale Kulturzeitschrift im besten Sinne des Wortes. Sie gibt den kulturellen Leistungen Kärntens nicht nur einen angemessenen »Raum«, sondern ist auch ein Ort einer intensiveren Begegnung mit diesen.

»Lobgesang« aus dem Madrigalchor