Madrigalchor Klagenfurt

Kunst der Begegnung

KUNST DER BEGEGNUNG
26. Oktober 1999
Dom zu Gurk und Burg Strassburg

AUSFÜHRENDE

Grazer Choralschola

Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Ensemble des Musikalischen Spätsommers Gurk

Michael Erian – Saxophon

PROGRAMM

Thomas Daniel Schlee (*1957)
Pontifikalvesper, op. 47 für Schola, gemischten Chor und Instrumentalensemble 
Uraufführung im Dom zu Gurk

Eröffnung der Veranstaltungsreihe KUNST DER BEGEGNUNG auf der Strassburg  


Kunst der Begegnung
28. Oktober 1999
KLEINE ZEITUNG

Begegnung an der Quelle

Wenn die Musi spielt: Das Milleniumsprogramm »Kunst der Begegnung« wurde Dienstagabend feierlich-musikalisch eröffnet.

Er hatte Bedenken, dass seine Arbeit verschwinden könnte, wenn sich die Menschenmassen durch das Kastengebäude schieben. Aber nein, so war´s zum Glück nicht, drum sei er jetzt glücklich, wenn auch erschöpft. Das große Q hat dem Ansturm getrotzt, der Quellensucher mit Taucherbrille und roter Fahne ist nach wie vor unverwandt seiner Quelle zugewandt, dem Leidensmann als Auferstandenen. Werner Hofmeister leidet dezidiert nicht. Ein Bier hat er schon getrunken, sagt er, und nachher wird er noch eins trinken, er hat nämlich Geburtstag.

Und nicht nur er: Das Milleniumsprogramm »Kunst der Begegnung«,  eine Koproduktion von Diözese Gurk und Land Kärnten, hat das Licht der Welt erblickt. Im Kreißsaal der runderneuerten Straßburg, unter Anteilnahme vieler Geburtshelfer und mehrerer (deklarierter) Väter. Einer von ihnen ist Klaus Kuchling, musikalischer Koordinator des Abends. Eine harmonische und harmonierende Inszenierung war´s, die er mit seinem Team schuf: Ein Licht- und Tonspektakel der Extraklasse, inklusive gregorianischem Spalier, mystisch musikalischem Waldwanderweg uns Salutschüssen des Straßburger Bürgerkorps. Gar farbenprächtig anzusehen: Purpurner Turm, roter Baum, blaue Kapelle.

Cross-over: Das verbindende Element des Sängerfestes war - ganz programmatisch - die Begegnung. Bei der feierlichen Vesper mit Diözesanbischof Egon Kapellari im Gurker Dom begegneten einander traditionelle Psalmengesänge und Zeitgenössisches von Thomas Daniel Schlee. Später auf der Burg, war ein Cross-Over der anderen Art angesagt: Der Kärntner Madrigalchor Klagenfurt und der Chor »Danica« interpretierten Michael Erians »Carinthian Summer«. Auf der Bühne ergriff man dann das Wort, wie es sich gehört bei derlei ergreifenden Festivitäten. Auch hier ein Art Cross-over. Bgm. Ferdinand Wachernig begrüßt gerührt das Auditorium: »Gott sei´s gedankt, dass wir das Millenium erleben dürfen«. Und schlägt vor: »Wir sollten uns im Jahr 2000 öfter begegnen«. Diözesanbischof Egon Kapellari hebt die Begegnung als »besonders prägendes Prinzip« heraus: »Gelungene Begegnungen machen glücklich, misslungene Begegnungen können die Existenz zerstören«.  Landeshauptmann Haider erinnert daran, dass »Kunst der Begegnung« mehr ist als eine kulturelle Veranstaltung: »Wir sind eingeladen, uns die Hände zu reichen ohne uns über den Tisch zu ziehen«. Dann der feierliche Moment, dem die achthundert Gäste atemlos beiwohnen: Im Burghof werden die sechs »Kunst-der-Begegnung-Fahnen« gehisst.

Später im Restaurant. Koordinator Karl-Heimz Kronawetter ist erleichtert. Wegen Schlechttwetters gab´s nur eine theoretische Generalprobe. Trotzdem: »Als ich den Weg hinaufging zwischen all den Musikern, hab ich gewusst: Dieser Abend passt«.

Isabella Straub