Madrigalchor Klagenfurt

J. S. Bach – Johannespassion

Ach großer König, Johannespassion

JOHANN SEBASTIAN BACH – JOHANNESPASSION
18. bis 21. März 2010
Konzerthaus Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Solisten
Alexander Kaimbacher –  Evangelist
Christian Sist – Jesus
Cornelia Horak – Sopran
Ida Aldrian – Alt
Jan Petryka – Tenor
Josef Wagner – Bass

Chöre
Juventus Musica 
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt 

Orchester
Bach Collegium Carinthia 
Konzertmeister – Fritz Kircher

Moderation der Schulkonzerte
Alexander Kaimbacher
Christian Sist

Konzept der Schulkonzerte
Karin Kraßnitzer

Dirigent
Klaus Kuchling

Einführung in das Werk

Die Passionsmusik nach dem Evangelisten Johannes…

… ist die früheste der Bachschen Passionvertonungen. Bach hat sie am Anfang des Jahres 1723 in Köthen als erste Arbeit für seine neue Stellung als Leipziger Thomaskantor komponiert. In Leipzig wurde die Passion am Karfreitag 1723 uraufgeführt und während Bachs Amtszeit mehrere Male wiederholt (zuerst 1727), dabei auch bedeutsamen Umarbeitungen unterworfen.

Der Passionbericht des Johannesevangeliums ist arm an äußerem Geschehen. Er beginnt mit der Gefangennahme Jesu, enthält die Verleugnung des Petrus, das Verhör beim Hohepriester Hannas, das Gericht des Pilatus, die Kreuzigung und das Begräbnis. Dementsprechend ist die musikalische Behandlung auf Einheit und Zusammenfassung bedacht. Die Gerichtsszene, die den zweiten Teil eröffnet, steht im Mittelpunkt des Werkes. Und hier wiederum gruppieren sich symmetrisch um das spirituelle Zentrum, nämlich den Choral »Durch dein Gefängnis, Gottes Sohn, ist uns die Freiheit kommen«, die (ausgenommen die Tonart) musikalisch identischen Chöre »Wir haben ein Gesetz« und »Lassest du diesen los« sowie »Kreuzige« und »Weg, weg mit dem« und dann noch »Sei gegrüßet, lieber Jüdenkönig« und »Schreibe nicht: der Jüden König«.

Der Ton dieser Passion ist herb und streng. Ein enger Tonartenkreis fasst den Hauptteil der Musik. Das g-Moll des Anfangchores darf als Haupttonart betrachtet werden, die an entscheidenden Stellen wiederkehrt. Erst mit der Verleugnung des Petrus weicht die Musik in entferntere Kreuztonarten aus. Die Pilatusszene beginnt in a-Moll. Während der Kreuzigung herrschen g-Moll, B- und Es-Dur. Beim Tode des Herrn weicht die Musik nach h-Moll, der Klagetonart Bachs, um dem fernen, das Ungeheuerliche des Ereignisses bezeichnenden fis-Moll aus. Der Schluss, der Grabgesang, ist nach c-Moll verdunkelt. Erst der letzte Choral bringt erlösende Aufhellung nach Es-Dur.

Der Eingangschor fasst mit imponierender Sicherheit die Grundstimmung des ganzen Werkes zusammen. Er steht weit über den einfachen Invokationen älterer Meister. Nirgends ein Gefühl der Klage, der Teilnahme an Christi Leiden, sondern nur der Gegensatz zwischen der ewigen Macht des Gottessohnes und seiner zeitlichen Erniedrigung – zusammengefasst in ein einziges Bild.

Von ähnlich elementarer Gewalt, aber viel einfacher in der Faktur ist der fünfteilige Schlusschor, eine Chorarie voll unersättlichen Grüßens und Abschiednehmens über dem Grabe; ein menschlich-rühriger Epilog zur Passion des Gottessohnes, dem als geistlich-liturgische Abrundung noch der Choral folgen muss.

Der Part des Evangelisten bildet das Rückgrat des Werkes. Der Wortlaut ist dem 18. und 19. Kapitel des Johannesevangeliums entnommen, zwei Episoden – die Reue des bitterlich weinenden Petrus im ersten Teil und das Zerreißen des Tempelvorhanges im zweiten Teil – stammen aus dem Matthäusevangelium, beide mit besonderer tonmalerischer Sorgfalt behandelt. Der Bericht selbst ist musikalische Prosa, freier Sprechgesang, der sich gänzlich von dem Vorbild des fregorianischen Lektionstones freigemacht hat und aus der Wort- und Satzmelodie des Luthertextes entwickelt wird. Hier erweist sich am meisten Bachs Modernität und Unabhängigkeit. Die Singstimme zeigt eine unerschöpfliche Bild- und Ausdruckskraft, sie steigert sich zum lyrischen Gesang in den chromatischen Melismen von Petri Weinen, sie wird zur Wehklage im Bericht von der Geißelung.

Die dramatischen Chöre, die Turbae, zeigen eine eindringliche und scharfe Charakterisierung der Kriegsknechte, der Diener, der fanatisierten und tobenden Menge, der überlegen argumentierenden Juden. Eine Polyphonie von seltener Dichtheit macht die Chöre der Johannespassion zu einer so eigenartigen Erscheinung. Ihre großen Formen, die mit bedeutendem musikalischen Inhalt bis zum Zerspringen gefüllt sind, bezeugen eine imponierende Schöpferkraft.

Das lyrisch-meditative Element verkörpert sich in den Arien und Ariosi, die zu den vorzüglichsten Sologesängen gehören, die Bach geschrieben hat. Fast alle weichen durch ihre große, freie und neue Form vom herkömmlichen Arientypus mehr oder weniger ab. Der Eindruck, den sie in ihrer farbigen Instrumentation machen, ist stimmungsvoll, gedankenreich und tief.

Die Choräle sind das liturgische Element, durch das die Passionserzählung in den Rhythmus des Gottesdienstes eingeordnet wird. Zwölf Choralstrophen, alle in schlichtem vierstimmigem Satz, sind in der Partitur der Johannespassion eingefügt, einmal als Begleitung einer Bassarie in Form einer Choralfantasie. Dreimal erscheint die Melodie des Stockmannschen Passionsliedes »Jesu Kreuz, Leiden und Pein«, die für das Werk ähnlich leitmotivische Bedeutung hat wie die Melodie »O Haupt voll Blut und Wunden« für die Matthäuspassion. Außerdem sind Kirchenlieder wie »Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen«, »Vater unser im Himmelreich«, »O Welt, ich muss dich lassen«, »Valet will ich dir geben« verwendet, allerdings nicht als reiner Gemeindegesang, sondern im dramaturgischen Zusammenhang stehend. Den Beschluss bildet der Choral »Ach Herr, lass dein lieb Engelein am letzten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen«, eine sanfte, weit ausgesponnene, von Bach in hoher Stimmlage zitierte Weise, die dem Werk beruhigenden und erhellenden Ausklang gibt.

Dr. Nikolaus Fheodoroff


Johann Sebastian Bach – Johannespassion
Juli 2010
SCHÜLERZEITUNG DES BRG VIKTRING

Eindrücke der beteiligten Schüler und Eltern

Im vollen Saal ist alles still… die Blicke sind auf den Dirigenten gerichtet… der Dirigentenstab wird gehoben… und die Musik beginnt… Musik von solch ungeheurer Schönheit und Aussagekraft, dass jedem im Saal für einen Augenblick der Atem stockt. Auf diesen Moment hat Juventus Musica auch heuer wieder sehnsüchtig gewartet. Wie in den vergangenen Jahren wurde gemeinsam mit dem Madrigalchor Klagenfurt ein sakrales Werk auf die Beine gestellt. Die  »Johannes-Passion, BWV 245« von Johann Sebastian Bach. Zu dem auf fast hundert Sänger gewachsenen Chor kamen zusätzlich hervorragende Solisten und das Bach Collegium Carinthia, welches auf historischen Instrumenten an der Passion mitwirkte.

Die ersten Proben von Juventus Musica begannen bereits im September während der Chorwoche in Cap Wörth. Als wir die Noten zum ersten Mal in der Hand hielten, wurde uns klar, dass ein hartes Stück Arbeit bevorsteht. Aber das sollte uns die freude am Singen nicht verderben. Im Gegenteil: Der Ehrgeiz packte uns und wir begannen sofort mit dem Proben. Ab Jänner wurde dann mit dem Madrigalchor Klagenfurt unter Klaus Kuchling in zahlreichen Proben-Abenden und drei Proben-Wochenenden die Johannes-Passion gemeinsam erarbeitet. Als schließlich das Orchester und die Solisten noch hinzukamen, war das Klangbild perfekt und alle waren vollkommen überwältigt. Das Gefühl, Teil eines so gewaltigen, rund 130 Personen umfassenden Klangkörpers zu sein, war einfach atemberaubend. Schließlich konnten wir im März die Johannes-Passion im Konzerthaus Klagenfurt im Rahmen von zwei Schülerkonzerten (verkürzte Fassung mit Schauspiel) und zwei Hauptlonzerte zur Aufführung bringen.

Nun war der Moment also wieder gekommen: Im vollen Saal war alles still… die Blicke waren auf den Dirigenten gerichtet… der Dirigentenstab wurde gehoben… und es erklang Chor- und Orchestermusik in solch atemberaubender Schönheit, wie wir sie nie vergessen werden. Danke darum an alle, die es uns ermöglichten an solch großartigen Konzerten mitwirken zu dürfen. Allen voran, Dank an unsere Chorleiterin Prof. Karin Krassnitzer, die ein Stück ihrer Freude an der Musik an jeden von uns weitergegeben hat.    

Simon Pibal – 8d

Die Johannes-Passion war für mich etwas Einmaliges! Ein Erlebnis das ich nie vergessen werde. Die Proben waren zwar mühsam, lange und anstrengend, aber  bei der Premiere, als der Chor den ersten Einsatz hatte, hat bestimmt jeder Gänsehaut bekommen. Jede kleinste schwierige Stelle, an der der Herr Kuchling ewig herumgenörgelt und hundert mal ausgebessert hat, haben wir dann doch gemeistert. Es war die Anstrengung wert! Unbeschreiblich toll!    

Aurelia Kegley – 7d

Irgendwann, nach hunderten Stunden Probenarbeit. Irgendwo dann, zwischen heiseren Stimmen und schmerzenden Gliedern. Dann, als aus dem Zusammenspiel Musik und Text ein allzeit-daseiender Begleiter geworden ist und dann, als der letzte Ton verklungen war und die ersten Tränen flossen dämmerte es langsam in uns dass wir schon seit langem Alles was man als gut oder schön bezeichnen konnte hinter uns gelassen hatten und dort angelangt waren, wo etwas darauf hindeutete dass da noch mehr war…    

Michael Tschauko – 7d

Die Konzerte waren einzigartig! Die Proben (auch an den Wochenenden) waren sehr anstrengend doch es hat sich gelohnt – die Aufführungen  waren gewaltig. An dieses Erlebnis, mit so tollen Musikern auf der Bühne zu stehen, werde ich mich noch lange erinnern.    

Alexander Fercher – 7d

Elternstimmen

Dieses Konzert war für mich ein ganz besonderes. Obwohl ich schon viele Jahre Sängerin im Madrigalchor bin und schon etliche große Passionen und Orchesterwerke mitsingen durfte, war doch diese Aufführung für mich von ganz großer Bedeutung. Ich hatte das große Glück, mit meinem Sohn gemeinsam auf der Konzertbühne stehen zu dürfen. Mit Freude konnte ich bemerken, wie seine Begeisterung mit jeder Probe wuchs, wie er die Musik regelrecht zu verschlingen begann. Plötzlich ertönte wohltuende Barockmusik aus seinem Zimmer – nur mehr selten unterbrochen durch hämmernden Metal-Sound…  Durch dieses Projekt bekam er einen völlig neuen Zugang zur klassischen Musik und dafür bin ich sehr dankbar.  

Maria Fercher

Die Johannes Passion… Ein Besonderes Erlebnis…  Dass mein Sohn die großartige (und wahrscheinlich einmalige) Möglichkeit hatte, dieses wunderschöne Werk selbst zu singen, ist für mich von unschätzbarem Wert, Ich selbst war als Sängerin beteiligt und konnte miterleben, wie die jungen Menschen mit ihren schönen Stimmen, mit großartigem gesanglichen Können und mit hoher musikalischer Kompetenz, sich in dieses Werm von Probe zu Probe »hineingesungen« haben. Die Musik wurde zu gemeinsam Erlebtem! Die Aufführungen sprachen für sich und wurden zu einem tief berührenden Erlebnis. Ein großer Dank an Karin Krassnitzer, dass den Schülern diese einzigartige Gelegenheit geboten wurde!    

Erika Löffler


Johann Sebastian Bach – Johannespassion
April 2010 
Kärntner Sängerbund Chorinfo

Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Für die diesjährige Zusammenarbeit zwischen dem Madrigalchor Klagenfurt (Ltg: Klaus Kuchling) und dem Juventus Musica Viktring (Ltg: Karin Kraßnitzer) stand nichts geringeres als die Johannespassion von Johann Sebastian Bach auf dem Programm.

Gemeinsam mit sechs hervorragenden Solisten (Alexander Kaimbacher, Christian Sist, Cornelia Horak, Ida Aldrian, Jan Petryka und Josef Wagner) und dem Bach Collegium Carinthia (Ltg: Fritz Kircher) durfte sich der harmonisch zusammengefügte Gesamtchor ganz der Passiongeschichte verschreiben, und deren Wirkmacht in der Komposition J. S. Bachs ganz unmittelbar selbst erleben.

Obgleich doch eigentlich wohlbekannt, vermag das biblische Geschehen immer wieder von Neuem so zu erschüttern als hörte man es zum ersten Mal. Und wie gern möchte man die von Johannes berichteten Worte, als die letzten Jesu, glauben: »Es ist vollbracht!«.

Auch dieses Jahr stellte sich der Chor der Herausforderung, neben den zwei anberaumten Konzerten (am 20. und 21. März 2010), auch zwei Konzerte für Schüler auf die Bühne des Konzerthauses zu bringen. Diese nicht ganz einfache Aufgabe, das Leiden und Sterben Jesu Christi für Schüler in verkürzter Form und teilweise szenisch aufzubereiten, wurde aber belohnt: »Wir hätten gern noch mehr Musik gehört!«  war da von den Schülern zu vernehmen.

Noch mehr Musik hören und vor allem singen möchte auch der Madrigalchor Klagenfurt mit dem Juventus Musica Viktring. Wir freuen uns schon auf die Zusammenarbeit im nächsten Jahr!

Sibylle Strauß


Johann Sebastian Bach – Johannespassion
23. März 2010
KLEINE ZEITUNG

Leiden, musiziert mit packender Leidenschaft

Gelungene Aufführung der »Johannespassion«

»Herr, unser Herrscher«: Schon der grandios-düstere Eingangschor, der den Lobpreis Gottes mit der Bitte um rechtes Erkennen des Passionsgeschehens verbindet und beides auf eine Art wogendes Urmeer bettet, ließ die hohe Qualität des Chores erkennen. Mit Bachs »Johannes-Passion«, die genau an dessen 325. Geburtstag im Konzerthaus Klagenfurt realisiert wurde, verwirklichte ein energiegeladener Klaus Kuchling mit »seinem« Madrigalchor Klagenfurt und dem Juventus Musica des Viktringer Gymnasiums (Leitung; Karin Kraßnitzer) ein emotional packendes wie auch gefühlvoll getragenes Passionsgeschehen.

Dem sehr wortdeutlich, ausgewogen und in allen Stimmgruppen ungemein homogen singenden Chor, dem man erst zum Finale leichte Ermüdungserscheinungen anmerkte, kommt dabei eine dramaturgische Schlüsselaufgabe zu: Er repräsentiert die Gemeinde der Gläubigen, aber auch einzelne Personengruppen. Mit zum Gelingen trug auch das auf historischen Instrumenten musizierende Bach Kollegium Carinthia (Leitung: Fritz Kircher) bei, wobei sich der an sich gute Eindruck durch einige Intonationsprobleme doch etwas minderte.

Bei den Solisten stachen die beiden sehr präsenten Kärntner Alexander Kaimbacher als intensiver, höhensicherer Evangelist sowie der stimmgewaltige Christian Sist (Jesus) ebenso heraus wie die flexible Cornelia Horak (Sopran) und Josef Wagner mit kraftvollem Bass. Aber auch Ida Aldrian mit dunklem Alt und der sehr lyrische, etwas verhalten klingende Tenor von Jan Petryka gefielen. Nur hätte man sich von diesen beiden etwas mehr Wortdeutlichkeit gewünscht. Stehende Ovationen!

Helmut Christian


Johann Sebastian Bach – Johannespassion
23. März 2010
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Das lange Leiden Jesu und seine Heimkehr zum Vater …

Weniger das schmerzvolle Leiden Jesu als vielmehr die Heimkehr des Gottessohnes zum Vater – das erfühlt man eher in der »Johannespassion« von Johann Sebastian Bach. Genau am 325. Geburtstag des in Leipzig als Thomaskantor wirkenden großen Komponisten wurde jetzt das zweiteilige Passionsoratorium im Klagenfurter Konzerthaus in mehreren Konzerten präsentiert: Bis auf den schon etwas müde klingenden Schluss wurde vom gut studierten Madrigalchor Klagenfurt und dem Schulchor Juventus Musica Viktring (Leitung: Karin Kraßnitzer) ungemein vital, kraftvoll, mitreißend und sehr ausbalanciert gesungen, wobei Chorleiter Klaus Kuchling als animierender Motor am Pult fungierte. Nur durch mangelnde Intonation getrübt (hervorgerufen durch die alten Instrumente), wusste das Bach Collegium Carinthia ansonsten die Intentionen des Dirigenten voll zu unterstützen. Auch bei den Solisten war eine extrem hohe Qualität festzustellen: Der mächtige Bass von Christian Sist (Jesus) wie auch der höhen- und stilsichere Alexander Kaimbacher (Evangelist), beide gebürtige Kärntner, dominierten das Ensemble. Weiters hörte man noch Cornelia Horak (Sopran) und Josef Wagner (Bass) ohne jeden Tadel singen. Zum Schluss ließ sich das begeisterte Publikum zu Standing Ovations hinreißen!

ipi


 Johann Sebastian Bach – Johannespassion
18. März 2010
KLEINE ZEITUNG

Kärntner des Tages

Bach ist ihre Passion

Sophie Blohberger (18) und Simon Pibal (18) wirken am Wochenende bei der Aufführung der Johannespassion von Bach im Konzerthaus mit.

»Das Werk würde ich gern dirigieren!«, schwärmt Sophie Blohberger (18) von Johann Sebastian Bachs Johannespassion, bei deren Aufführungen sie am Samstag und Sonntag im Klagenfurter Konzerthaus als Sängerin mitwirkt. »Einen starken Chor durch ein gewaltiges Musikstück zu führen, wäre ein Traum.«

Die Schülerin des Musikgymnasiums Viktring, die Dirigentin werden möchte, liebt Alte Musik. Telemann, Bach, da blitzendie Augen der Blockflötistin: »Bei Trigonale-Konzerten war ich fast in Trance!« Zehn Flöten besitzt die Ferlacherin. Im Kärntner Blockflötenorchester spielt sie Bassflöte. Trotzdem beherrscht nicht nur die Musik ihr Leben: »Handball ist meine zweite große Leidenschaft. Ich trainiere dreimal die Woche und habe mit meinem Verein auch zwei Jahre lang in der Bundesliga gespielt«, sagt die Maturantin über ihr Hobby. Nach dem Schulabschluss geht Sophie für ein Jahr im Freiwilligendienst nach Norwegen: »Ich liebe nämlich Regen!«

Ihr Schulkollege Simon Pibal (18), der auch im Chor des Musikgymnasiums bei der Aufführung der Bach-Passion mitwirkt, möchte nach der Matura Klarinette studieren und Mitglied des Madrigalchors werden. Den Maturanten aus Sophies Parallelklasse faszinieren anspruchsvolle Chorwerke: »Ich bin begeistert, wie Text und Musik bei Bach eine Einheit bilden!«

Klarinette spielt Simon Pibal bereits seit sieben Jahren. Mit dem Instrument ist der Schieflinger bereits auf der CD »Descarumbiando« von »Hamlet and his Latin Jazz Experience« zu hören. Im Rahmen des »Carinthischen Sommers« spielte er 2006 bei der »Zauberflöte« für Kinder mit.

Das schönste Konzert, das er als Zuhörer besucht hat? »Carreras in Velden«, kommt spontan seine Antwort, »das hatte Gänsehautfaktor!« Wie die Johannespassion…

Elke Galvin