J. S. Bach – Weihnachtsoratorium

J. S. BACH – WEIHNACHTSORATORIUM, BWV 248
21. und 22. Dezember 2000
Konzerthaus Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Solisten
Danja Lukan – Sopran
Doris Urak – Echosopran
Lydia Vierlinger – Alt
Bernd Lambauer – Tenor
Bartolo Musil – Bariton

Chöre
Gemischter Chor Danica
Leitung – Stanko Polzer
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Orchester
orpheus kammerorchester wien   
Konzertmeister – Thomas Fheodoroff

Dirigent
Klaus Kuchling


Weihnachtsoratorium
19. Dezember 2000
KLEINE ZEITUNG

Zeichen setzen im Jahr der Begegnung

Der Kärntner Madrigalchor Klagenfurt und der gemischte Chor »Danica« bringen am 21. und 22. Dezember Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium in ungekürzter Form zur Aufführung.

Dass man gemeinsam beste Aufführungen zustande bringt, haben der Madrigalchor und der gemischte Chor »Danica« aus St. Primus bereits im Vorjahr bewiesen. Beide Chöre gestalteten 1999 anlässlich der Ausrufung des Jahres der Begegnung durch Diözese und Land einen Klangtunnel auf der Strassburg.

»Beim anschliessenden Beisammensein haben wir uns spontan entschlossen, ein grösseres Projekt gemeinsam zu verwirklichen«, sagt Klaus Kuchling, künstlerischer Leiter des Madrigalchors. Die Überlegungen führten schnell auf den Jahresregenten 2000, Johann Sebastian Bach und sein »Weihnachtsoratorium«.

Derzeit sind der gemischte Chor »Danica« und der Madrigalchor mitten in  den Proben, um für die Aufführungen des Oratoriums am 21. und 22. Dezember im Grossen Saal des Konzerthauses – es wird in ungekürzter Form zu Gehör gebracht – stimmlich in Höchstform zu sein.

»Damit setzen wir im  >Jahr der Begegnung< ein Zeichen, weil der Madrigalchor erstmals mit einem sehr guten slowenischen Chor ein derart grosses Werk aufführt«, sind Kuchling und Stanko Polzer, künstlerischer Leiter von »Danica«, überzeugt.

Der Chor »Danica« zählt derzeit 53 Sängerinnen und Sänger. Zum Repertoire zählen das slowenische Volks- und Kunstlied, aber auch Lieder anderer Völker.

um


Weihnachtsoratorium
20. Dezember 2000
KÄRNTNER TAGESZEITUNG 

Bach-Oratorium in ungekürzter Fassung

Am 21. und 22. Dezember laden der Madrigalchor und der Gemischte Chor Danica zu einem Hörerlebnis.

Zwei der herausragendsten Kärntner Chöre, der Madrigalchor und der Gemischte Chor Danica, führen am Donnerstag und Freitag vor Weihnachten das »Weihnachtsoratorium« von Johann Sebastian Bach im Konzerthaus auf. Das »Oratorium« für Soli, gemischten Chor und Orchester, aus sechs Einzelkantaten zusammengestellt, wird an beiden Tagen in ungekürzter Form aufgeführt.

Original-Instrumente

Als Orchester wird, wie schon bei der letzten Aufführung der »Johannespassion« von Bach in Klagenfurt, Das »Orpheus Kammerorchester Wien« zur Verfügung stehen. Gespielt wird auf Original-Instrumenten.

Das Orchester ist eine Vereinigung von jungen Künstlern, die sich durch stilistische Flexibilität auszeichnen und steht unter der Leitung von Konzertmeister Thomas Fheodoroff.

Der geborene Klagenfurter begann im Alter von sieben Jahren mit dem Violinunterricht und schloss sein Diplom 1996 mit Auszeichnung ab. Seit 1997 lehrt er an der Wiener Musikuniversität und ist Leiter einer Ausbildungsklasse für Alte Musik am Kärntner Landeskonservatorium.

Jahresregent:

»Bach ist einer der Jahresregenten im Jahr 2000. Die >Hohe Messe<, die großen Passionen nach Johannes und Matthäus und das Weihnachtsoratorium zählen zu den größten Chor-Orchester-Werken, die die Musikgeschichte überhaupt hervorgebracht hat«, sagt Klaus Kuchling, Leiter des Madrigalchors.

Er hat das umfassende Werk gemeinsam mit Stanko Polzer, Leiter des Chores Danica, einstudiert und damit für Furore gesorgt. Es gibt noch wenige Restkarten.

um


Weihnachtsoratorium
18. Dezember 2000
KLEINE ZEITUNG

Musikalische Wunderkerze

Da jauchzen die Engel: Mit Bachs Weihnachtsoratorium steht nächste Woche eines der Meisterwerke der Menschheit auf dem Programm.

Es ist die Geschichte einer zehnjährigen Verfolgung – so lange eilte der Klagenfurter Domorganist Klaus Kuchling hinter dem Wusch her, e.i.n.m.a.l das »Weihnachtsoratorium« von Johann Sebastian Bach aufzuführen. Als er 1998 die Leitung des Kärntner Madrigalchores übernahm, kam Kuchling der Sache einen großen Schritt näher. Wirklich gefunkt hat es dann bei der »Kunst der Begegnung«: In Stanko Polzer und dem von ihm geleiteten Chor Danica war der Idealpartner für die Realisierung der Idee gefunden. Und wenn es in  Kärnten auch keine Bach-Tradition gibt, scheint das Publikum doch auf ein solches Angebot gewartet zu haben.

Beide Aufführungen im Klagenfurter Konzerthaus sind bis auf Restkarten ausverkauft, um die öffentliche Generalprobe herrscht das gleiche Griss und am selben Abend hebt auch der A-cappella-Chor Villach die wunderbare Bach-Kiste.

Himmel. »Die Engel werden jauchzen«, sind Polzer und Kuchling nach den monatelangen Proben bereits im 7. Himmel. 95 Sänger und Sängerinnen haben sie für das Mammutprogramm der dreistündigen Aufführung begeistert. Kuchling schätzt die »jungen, klaren und unverfälschten Danica-Stimmen«. Polzer freut sich, mit seinem Chor schon seit Jahren Akzente auch abseits des slowenischen Liedguts gesetzt zu haben und das gegenüber den Edelkehlen des Madrigalchores in die Waagschale werfen zu können.

Spezialisten. Geboten wird das Weihnachtsoratorium in der ungekürzten Fassung, die so nie von Bach aufgeführt wurde, sondern auf verschiedene Festtage verteilt. Thomas Fheodoroff hat seine Kontakte zu Concentus Musicus und Wiener Akademie genutzt und mit freischwebenden Spezialisten für alte Musik ein Ensemble mit Originalinstrumenten zusammengestellt. Historische Aufführung ist es dennoch keine. »Das würde heissen, drei Sänger pro Stimme. Und das macht ein Gardiner so gut, dass wir nur dazuplärren können«, meint Kuchling. Der große Chor soll ja nicht zu wuchtig werden, sondern muss sehr beweglich bleiben. Schließlich hat Meister Bach viele unterschiedliche und überaus schwere Chöre eingebaut, Stil und Phrasierung, Polyphonie, schnelle Noten und die fast instrumentale Stimmführung sind jene Besonderheiten, die das Werk einmalig machen.

Urstoff. Das Plakat (im Armin Guerino-Design) zeigt übrigens eine Supernova im Sternbild des Schwans: Erst Implosion, dann Explosion und damit Urstoff für neue Galaxien – da zeigt sich das Weihnachtsoratorium als musikalische Wunderkerze. Trostpflaster für all jene, die keine Karten ergattert haben: Als Sponsor steht Raiffeisen hinter dem Projekt – und voll hinter der Absicht, das Ereignis auf CD zu brennen.

Uschi Loigge


Weihnachtsoratorium
21. Dezember 2000 
KLEINE ZEITUNG

Verweilen am heiter sprudelnden Bach

(Mit)reissender Musikfluss im Klagenfurter Konzerthaus.

Johann Sebastian Bach ist gar nicht tot. Bach lebt. Zumindest wenn seine Musik so erklingt, wie sie von Klaus Kuchling und seinem Madrigalchor, verstärkt durch den Gemischten Chor »Danica«, im Musikverein zu hören ist.

An zwei Abenden gibt Kuchling das gesamte »Weihnachtsoratorium« ohne Striche. An sich schon etwas Aussergewöhnliches, da doch meistens einzelne Rezitative oder Arien der Zeitbeschränkung  auf übliches Konzertmass zum Opfer fallen. Aussergewöhnlich aber vor allem die Umsetzung. Kuchling schlägt gleich zu Beginn erfrischend schnelle Tempi an, die aber dennoch keineswegs gehetzt wirken. Und er hält diese Tempi – und das erfordert besondere Erwähnung – auch durch. Als hätte er ein Metronom eingebaut, treibt er Chor und Orchester im immer gleichen Bewegungsmodus weiter, fasst in grossen, runden Dirigiergesten taktweise Gruppen zusammen und erreicht dadurch einen ständigen Vorwärtsfluss der Musik.

Innerhalb dessen setzt er gestochen klare Punkte, die der treibenden Bewegung Halt geben. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Ein bis ins kleinste Detail rhythmisch präziser Chor und ein ebenso genaues Orchester (orpheus kammerorchester wien mit Konzertmeister Thomas Fheodoroff) liefern eine Generalprobe ab, die zwar, was diverse Horngickser oder die Schwierigkeiten der Oboe d´amore betrifft, verbesserungsfähig ist, im musikalischen Gesamtbild aber ungetrübt.

Stimm-Fusion. Die Vereinigung der beiden Chöre ist im Wesentlichen gelungen. Klanglich fallen die Mittelstimmen ab, was bei einer Anzahl von 30 Altistinnen wundert; die Tenöre sind ohnehin in allen Chören ein Problem. Da nützt auch die Dame nichts, die beim Tenor mitsingt.

Klaus Kuchling unterbrach nach jeder Einzelkantate, um Korrekturansagen vorzunehmen. Was die Gesamtstimmung betrifft, kann man daher nach dieser Generalprobe wenig sagen. Schliesst man jedoch von der Spannung, die in den Einzelkantaten aufgebaut werden konnte, auf den gesamten Abend, hat dieses »Weihnachtsoratorium« zur höheren Ehre nicht nur Gottes, sondern auch der Mitwirkenden gereicht.

Ilse Schneider


Weihnachtsoratorium
21. Dezember 2000
KRONEN ZEITUNG

Bach im Doppelpack

Der Bass trägt kariert, trinkt zwischendurch Mineralwasser und kriegt Tipps von der Altistin: In Klagenfurt war Mittwoch erst (vielversprechende!) Generalprobe. In Villach trat zur gleichen Zeit der »Ernstfall« ein: Bachs Weihnachtsoratorium von A cappella Chor und Savaria Symphonieorchester Szombathely.

Beide Klangkörper bestens disponiert, das Orchester mit guten Solisten ausgestattet, der Chor vor allem in den Männerstimmen »aufgefettet« – und Bachs wunderbare Musik, die abwechslungsreich die Weihnachtsgeschichte erzählt: Was kann da unter einem kundigen Dirigenten wie Helmut Wulz schiefgehen?

Nun, etwa die unglückliche Aufstellung der Solisten hinter dem Orchester: So wurden auch schöne Stimmen wie Ulrike Wedenigs Sopran und Irena Yebuahs Alt zugedeckt; der eher dünne Bass von Michael Poglitsch sowieso. Hermann Oswald überzeugte »erzählerisch«, hatte in der Höhe jedoch nicht seinen besten Tag. Dennoch war´s insgesamt ein schöner Abend, an dem das begeisterte Publikum im Congress Center locker auch die Kantaten vier und fünf ausgehalten hätte.

Wer´s vollständig will, muss heute ins Klagenfurter Konzerthaus – Restkarten gibt´s noch. Da beweist ein riesiger Chor (aus Madrigal- und Danica) beinahe unglaubliche Beweglichkeit und Wortdeutlichkeit, erfreut das Programmheft zweisprachig, erfrischt ein junges Orchester, hat der Tenor keine Höhenprobleme, ist Altistin Lydia Vierlinger eine souveräne Klasse für sich und besticht Dirigent Klaus Kuchling mit ebenso exakter wie  lebhafter Zeichengebung.

FS/FP


Weihnachtsoratorium
22. Dezember 2000  
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Triumphale Weihnachtsmusik

Hinreissende Interpretation des »Weihnachtsoratoriums« von Johann Sebastian Bach unter der Leitung von Klaus Kuchling. Das Bach-Jahr 2000 endete in Klagenfurt grandios.

Das Wagnis, an zwei aufeinanderfolgenden Abenden alle sechs Kantaten des »Weihnachtsoratoriums« von Johann Sebastian Bach zu bringen, hat sich gelohnt: An beiden Abenden ein bis auf den letzten Platz besetzter Großer Saal des Konzerthauses und weihnachtlich jubelnde Begeisterung nach dem Schlusschor »Nun seid Ihr…«!

Homogener Riesenchor

Unbestrittener Vater des großen Erfolges war Domorganist Klaus Kuchling, dem es gelungen war, den aus »Madrigalchor Klagenfurt« und dem gemischten Chor »Danica« gebildeten Riesenchor zu einer Einheit zu formen, der durch Präzision, Homogenität und Klangfülle überraschte. Ein weiterer Garant des Erfolges war das grossartige, von Thomas Fheodoroff geleitete »orpheus kammerorchester wien«, das, ausschliesslich aus erstklassigen Musikern sich zusammensetzend, auf historischen Instrumenten – so auf Oboen »d´amore« und »da caccia« und auf Renaissanceposaunen musizierend, eine ganz besondere Klangsphäre schuf.

Grossen Anteil an der beeindruckenden Wirkung dieses Oratoriums hatten auch die Solisten, so D. Lukan (Sopran), L. Vierlinger (Alt), B. Lambauer (Tenor) und B. Musil (Bassbariton), die in Arien, Rezitativen und Duetten, aber auch im Terzett und Quartett ihr Bestes Gaben.

Genius des Thomaskantors

Über allem aber stand der Genius des grossen Thomaskantors, der mit seinen Kantaten den Weihnachtsfeiertagen ihren besonderen Glanz verliehen hat; unerschöpflich seine Klangphantasie, die sich in den immer wieder wechselnden instrumentalen Besetzungen zeigte, und unüberhörbar die Hinweise auf den späteren Kreuzestod Jesu Christi, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Werk ziehen.

Polyphonie und Einfachheit

Grossartig manche Chöre in ihrer dichten Polyphonie, und in ihrer Einfachheit berührend die Choräle als unabdingbarer Bestandteil dieser Kantaten.

Die Begeisterung der vielen Zuhörer war berechtigt und gipfelte in jubelndem Beifall, der gleichermaßen dem Dirigenten und der grossen Zahl seiner Mitstreiter gegolten hat.

oe.


Weihnachtsoratorium
23. Dezember 2000
KÄRNTNER KIRCHENZEITUNG

Bach zur Weihnacht

Das für das Weihnachsfest des Jahres  1734 komponierte und aus sechs Kantaten, die auf die Weihnachtsfeiertage geschrieben sind, bestehende »Weihnachtsoratorium« von Johann Sebastian Bach hat nach Villach auch im Klagenfurter Konzerthaus eine glanzvolle, an zwei Abenden stattfindende Wiedergabe erlebt. Der besondere Glanz dieser Aufführungen basiert vor allem auf den hervorragenden Leistungen des Chores und des aus Wien stammenden »orpheus kammerorchesters«. Der Entschluss des Kärntner Madrigalchores Klagenfurt, sich der Mitwirkung des slowenischen gemischten Chores »Danica« zu versichern, war goldrichtig, denn der nun über hundert Sängerinnen und Sänger zählende Chor, überraschend stark in den Männerstimmen besetzt, hat, ungemein präzise und homogen singend, einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg dieser Aufführungen geleistet. Über jeden Tadel erhaben das von Thomas Fheodoroff geleitete »orpheus kammerorchester«, das sich in den Dienst der Abende gestellt hat und durch die Mitwirkung der vier Oboen »d´amore« und »da caccia« mit ihrem näselnden und flächigeren Ton eine besondere Klangwirkung schaffen konnte. Klaus Kuchling, dem als treibenden Motor das Zustandekommen dieser Aufführungen zu danken ist, hat, stellenweise mit starkem körperlichen Aufwand dirigierend, Chor und Orchester zu einer Einheit zusammengeschweisst und mit durchwegs sehr straffen Tempi eine sehr lebendige und mitreissende Wiedergabe dieses grossartigen Werkes zustande gebracht, an der in gleicher Weise auch die ausgezeichneten Solisten Danja Lukan (Sopran), Lydia Vierlinger (Alt), Bernd Lambauer (Tenor) und Bartolo Musil (Bassbariton) beteiligt waren. Das Publikum, den Großen Saal bis auf den letzten Platz füllend, hat diese festliche Einstimmung auf das Fest der Geburt des Jesuskindes mit begeistertem Beifall bedankt.

(eo)