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G. F. HÄNDEL – MESSIAH

Programmheft PDF-Download
(Nicholas Spanos singt anstelle von Luigi Schifano)

 

GEORG FRIEDRICH HÄNDEL – MESSIAH
Donnerstag, 20. November 2014 – 19 h
Freitag, 21. November 2014 – 19 h
Schülerkonzerte, Mittwoch, 19. November 2014 – 10 h und 11.30 h
Konzerthaus Klagenfurt

Am Donnerstag und Freitag um 18 Uhr gab es eine Einführung mit Maximilian Achatz nach Texten von Stefan Zweig aus den »Sternstunden der Menschheit«.

AUSFÜHRENDE
Solisten
Barbara Fink – Sopran
Nicholas Spanos – Countertenor
Daniel Johannsen – Tenor
Markus Volpert – Bass

Chor
Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Orchester
Collegium Carinthia
Konzertmeister – Fritz Kircher

Konzept der Schulkonzerte
Karin Kraßnitzer

Dirigent
Klaus Kuchling


Messiah – Schülerkonzert Messiah – Schülerkonzert Messiah – Schülerkonzert

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Schülerkonzerte
»Messiah« oder »Die Kraft der Musik«

Georg Friedrich Händels Niedergang und seine »Auferstehung« mit der Komposition des Messiah – eine Sternstunde der Menschheit …
Ein musikalisch szenischer Streifzug durch den MESSIAH, eingebettet in biografische Begebenheiten.
Stargast des Konzertes: Georg Friedrich Händel, genannt »Il Sassone« …


Populäres Meisterwerk mit Wiedererkennungswert

»Der Messias« zählt aus gutem Grund zu einem der am häufigsten aufgeführten geistlichen Werke. Die in 23 Tagen erschaffene Lebens- und Leidensgeschichte Jesu Christi (mit den biblischen Texten von Charles Jennens) berührt durch seine vielfältige Musik – von schlichten, ruhigen bis zu dramatischen und majestätischen Klängen. Das kraftvolle Werk, mit dem bekannten »Halleluja«, wird vom Kärntner Madrigalchor Klagenfurt, dem auf historischen Instrumenten spielenden Collegium Carinthia und den Solisten Barbara Fink (Sopran), Daniel Johannsen (Tenor) sowie Markus Volpert (Bass) präsentiert. Die Alt-Stimme wird, der barocken Aufführungspraxis folgend, vom Countertenor Nicholas Spanos interpretiert.

Händels berühmtestes seiner mehr als 20 Oratorien wurde vom Komponisten und erfolgreichen »Musikunternehmer« mehrfach umgearbeitet. Die farbige, abwechslungsreiche Musik weist einprägsame Melodien auf. Die Chorstücke (wie zB »Surely, he hath borne our griefs«, »And with his stripes we are healed«, »All we like sheep« oder »Since by man came death») erscheinen manchmal wie Kommentare zum Geschehen und überraschen mit spannenden Wendungen.


»Messiah für junge Leute

Die Schüler haben kaum im ausverkauften Konzerthaus Platz genommen. Das Saallicht brennt noch ungedimmt. Plötzlich brechen alle Türen wieder auf. Ein wütender Mob bricht von allen Seiten in die heiligen Hallen der Kunst ein. Die Sänger und Sängerinnen des Madrigalchors treiben den als Georg Friedrich Händel verkleideten Tenorsolisten Daniel Johannsen vor sich her. Wütende Rufe und jede Menge Schuldscheine fliegen dem armen Kerl um die Ohren. Es kommt, wie es kommen muss: Händel bricht zusammen und wird mit einer Bahre über den Mittelgang aus dem Saal getragen. Das Spiel kann beginnen, die Sinfonia des Messiah erklingen.

Was folgt, ist ein buntes Durcheinander und einfühlsames Entwickeln der Entstehungsgeschichte des wohl meistgespielten Oratoriums der Musikgeschichte, Georg Friedrich Händels »Messiah«. Mit von der Partie sind unter anderem zwei Operndiven, die sich in Gestalt von Lady Gaga und Pink auf offener Bühne einen Zickenkrieg liefern. Wunderbar komödiantisch das Spiel von Countertenor Nicholas Spanos als Diener Händels. Bassist und Fagottistin »tschechern« Bier und lästern über den steifen Musikbetrieb. Und, und , und …

So lebendig geht es zu, wenn der Kärntner Madrigalchor Klagenfurt für junge Leute musiziert und das Konzerthaus gleich zweimal mit Schulklassen füllt. Die jungen Leute hören mit offenem Mund zu, shakern mit dem lustigen Diener und nehmen eine schöne und wichtige Botschaft mit: Musik ist pure Lebensfreude. Das Ende des einstündigen Programms liegt auf der Hand. Halleluhja! Chor und Orchester »geben Vollgas« und am Schluss reißt Händel dem Dirigenten Klaus Kuchling das Heft aus der Hand und führt das Orchester zum großen Showdown.

Standig Ovations für den Madrigalchor, das Orchester »Collegium Carinthia« und ganz besonders für Karin Kraßnitzer, die jedes Jahr ein Schülerkonzert für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen kreiert. Man darf schon gespannt sein auf nächstes Jahr …

Tags darauf geht es dann wieder gesitteter zu. Die Musiker tragen Konzertkleidung, Das Publikum Abendgarderobe. Was bleibt ist die Begeisterung, das Berührtsein durch die Musik und der Jubel des Publikums. An diesen Abenden ist kein Platz für Novembernebel und trübe Stimmung. Halleluhja!

Horst Danner


Jubel für das prächtige Gotteslob
22. November 2014
KLEINE ZEITUNG

Ein stimmiger »Messiah«: Der Madrigalchor Kärnten führte Händels Oratorium auf.
Es ist das Glanzstück des »Messiah« von Georg Friedrich Händel: das »Halleluja«. Der einzigartige Jubelchor preist den Sieg des Christentums und bejubelt den Triumph mit den charakteristischen Fanfarenmotiven in den Singstimmen, die von Trompeten und Pauken feierlich getragen werden. Als das »Halleluja« am Ende wiederholt wurde, gab es stehende Ovationen im Konzerthaus.
Wenn auch so manches vielleicht noch etwas strahlender und akzentreicher hätte kommen können, so war insgesamt eine rundum stimmige Interpretation des Oratoriums in englischer Originalfassung zu erleben. Beinahe exzellent war das Solistenquartett mit der sauberen und ziemlich koloratursicheren Barbara Fink (Sopran), dem wunderbaren und stilsicheren, etwas kleinstimmigen Nicholas Spanos (Countertenor), dem fein timbrierten, nuancenreichen Daniel Johannsen (Tenor) und dem weichen, etwas zu wenig kraftvollen Markus Volpert (Bass).
Ausgewogen, ausbalanciert und klangschön sang der Madrigalchor, der auch Standfestigkeit (es gab für ihn keine Sitzgelegenheiten) bewies, denn das Oratorium erklang ungekürzt in der vollen Länge von 3,5 Stunden (inklusive zweier kurzer Pausen).
Abgesehen von einem notwendigen Neustart bei einem Teil, wo man nicht zusammen war, und kleinen Intonationstrübungen, hervorgerufen durch die historischen Instrumente, musizierte das Collegium Carinthia unter dem stets animierenden Klaus Kuchling die eingängige Melodik und prägnante Motivik immer spielfreudig, kontrastreich, transparent und mit schlankem, vibratofreien Klang. Gekonnt wechselten farbige und vielfältige, pastorale Stimmungen mit expressiven Klagen und überschwänglichem Jubel.

HC


Schuldscheine & Primadonnen
18. November 2014
KRONEN ZEITUNG

Ohne den Wälzer, der sich als Partitur entpuppt, fühlt er sich einsam. Immerhin ist Madrigalchor-Leiter Klaus Kuchling schon seit Monaten mit dem »Messiah« verbandelt. Morgen entfesselt Händels grandioses Oratorium für Schüler »Die Kraft der Musik«, gefolgt von zwei Erwachsenenkonzerten am Donnerstag & Freitag.
Doch bevor Madrigalchor, vier Solisten und Fritz Kirchers Collegium Carinthia mit Stimmenglanz und auf historischen Instrumenten das Klagenfurter Konzerthaus füllen werden, lassen wir Kuchling zu Wort kommen. Der sympathische Domorganist versprüht nämlich auch im Interview jene Begeisterung, mit der er (nach bewährtem Konzept von Karin Kraßnitzer) heuer zum achten Mal musikalische Kräfte bündelt: Um auch jungen Hörern ohrgängig, spannend und szenisch aufbereitet, große Komponisten, deren Werke und gesellschaftliches Umfeld nahe zu bringen. Im Gespräch hört sich das dann so an:
»Bammm! Die Türe knallt. Georg Friedrich Händel stürmt auf die Bühne. Hinter ihm der Chor mit Schuldscheinen. Dann kommen auch noch die Primadonnen. Und alle wollen etwas von ihm. Händel befand sich nämlich in einer wirtschaftlichen Ausnahmesituation und war auch gesundheitlich schwer angeschlagen. Das überlagern wir für unseren szenischen Streifzug durch seinen ›Messiah‹ zwar etwas. Aber grundsätzlich stimmen die biografischen Fakten.«
Erfahrungsgemäß stimmig ist auch die musikalische Qualität, für die (nach den Schülerkonzerten) am 20. und 21. November Chor, Orchester und Solisten vom Leben und Leiden Christi erzählen.

Irina Lino


Da glühen die Stimmen und die Instrumente
18. November 2014
KLEINE ZEITUNG

Alle Kräfte für ein »Halleluja«: Der Kärntner Madrigalchor führt Händels »Messiah« auf.
Heute würde man sagen: Händels »Halleluja« hat sogar den König vom Sitz gerissen. Georg II. soll nämlich beim ersten Hören des berühmten Satzes aus dem Oratorium »Messiah« so ergriffen gewesen sein, dass er aufsprang, was alle anderen Besucher zwang, seinem Beispiel zu folgen. »Ich glaube, da steht nach wie vor ganz England auf«, sagt Domorganist Klaus Kuchling.
Das zweistündige Ereignis im wahrsten Sinn des Wortes »durchstehen« wird auch der Kärntner Madrigalchor. 20 Chorstellen sind zu singen, die müssen beim Konzert perfekt funktionieren.
»Ein echter Hammer«, findet Chorleiter Kuchling. Auch für das Publikum, bekommt es doch diesmal nicht nur das unterm Jahr gern als »Schmankerl« servierte »Halleluja«, sondern das ganze abwechslungsreiche Werk mit vielen pointierten Chornummern zu hören.
Dabei wollte Händel in der Saison 1741/42 eigentlich nichts unternehmen. Der Komponist erholte sich langsam von einem Schlaganfall, stand wirtschaftlich nicht gut da und hatte vermutlich eine Schaffenskrise. Das dann binnen 23 Tagen komponierte Oratorium wurde ein derartiger Erfolg, dass es auch für Händel eine Art Wiederauferstehung wurde.
Das besondere an der Klagenfurter Aufführung: Das Collegium Carinthia mit Konzertmeister Fritz Kircher interpretiert das kraftvolle Werk auf historischen Instrumenten. Anstelle der weiblichen Altstimme arbeitet Klaus Kuchling mit dem Countertenor Nicholas Spanos. »Da auf alten Instrumenten alles um einen Halbton tiefer ist, haben wir einen komplett anderen Klang. Ein Alt käme nie in die Lage, so richtig zu glühen«, erklärt Kuchling. Als weitere Solisten stellen sich Barbara Fink (Sopran), Daniel Johannsen (Tenor) und Markus Volpert (Bass) der »extremen sängerischen Herausforderung« (O-Ton Klaus Kuchling).

UL