Die Schöpfung

JOSEPH HAYDN – DIE SCHÖPFUNG
21./24. April 2006
Dom zu Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Solisten
Tünde Szaboki – Sopran
Alexander Kaimbacher – Tenor
Klemens Sander – Bass

Chöre
Juventus Musica
Einstudierung – Karin Krassnitzer

Chor der PÄDAK
Einstudierung – Karin Krassnitzer

Kärntner Madrigalchor Klagenfurt

Orchester
Academia Ars Musicae
Konzertmeister – Brian Finlayson

Moderation und Konzept der Jugendkonzerte
Wolfgang Hartmann

Ausstellung
Schülerinnen und Schüler des BRG Viktring
Naturwissenschaftlicher Verein Kärnten

Dirigent
Klaus Kuchling


Die Schöpfung
23. April 2006
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

Ein strahlender Kraftakt im Dom

Das Chaos war anders als bei Grossprojekten, die scheitern. Chaos hörte man auch im Dom, aber dort, wo es hingehört: am Beginn von Haydns »Schöpfung«, mit der das Musikforum Viktring seinen 20. Geburtstag feierte. Ein strahlender Kraftakt, eine aufgeblätterte Weltschöpfungs-Enzyklopädie: Die Chöre (Madrigalchor, Juventus Musica, Chor der PÄDAK) bestens vorbereitet, ebenso das Orchester »Academia Ars Musicae« und Solisten mit Erzengel-Kraft (Tünde Szaboki, Alexander Kaimbacher, Klemens Sander). Den großen Erfolg bedingt aber sicher, dass Dirigent Klaus Kuchling seinen Anspruch, »für die Musik zu brennen«, nicht nur selbst erfüllte, sondern auch zu wecken wusste. Mühelos füllten die Aufführungen den Dom mit begeisterten Zuhörern.


Die Schöpfung
23. April 2006
KLEINE ZEITUNG

Bei dieser Schöpfung braust und saust es

Das Musikforum Viktring feiert 20-Jahr Jubiläum

»Und es ward Licht!«  Nach der Vorstellung des Chaos und diesen Schlüsselwerten erklingt ein klarer und einfacher C-Dur-Akkord, aber von solch suggestiver, strahlender Kraft, dass wir das Licht vor unserem inneren Auge wirklich sehen können: Ein faszinierender Höhepunkt aus Joseph Haydns »Die Schöpfung«. Der Madrigalchor Klagenfurt, der Schülerchor des Viktringer Gymnasiums Juventus Musica und der Chor der Pädak (beide geleitet von Karin Krassnitzer), und das jungbesetzte Orchester, die Academia Ars Musicae (Leitung: Brian Finlayson) haben sich gefunden, um das dreiteilige Oratorium im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums des Musikforums Viktring im Klagenfurter Dom aufzuführen.

Brüllen und zirpen

Unter dem kraftvoll animierenden Dirigat von Klaus Kuchling werden die einprägsamen Melodien mit unwiderstehlicher Lebendigkeit, differenzierten Klangfarben, grosser Spannkraft und Homogenität sowie vielen tonmalerischen Elementen wiedergegeben. Da hört man es donnern und blitzen, brausen und rauschen. Und einen brüllenden Löwen vernimmt man ebenso wie den Vogelgesang, die aufgehende Sonne bis hin zum Liebesduett von Adam und Eva. Das Libretto von Gottfried van Swieten nach John Miltons »Paradise Lost« kann man in einem Programm mitlesen, das mit wunderbaren  Grafiken von SchülerInnen des bildnerischen Zweiges verschönt wurde. Exquisit auch die Solisten: Die ungemein durchschlagkräftige Sopranistin Tünde Szaboki, der höhensichere Kärntner Alexander Kaimbacher sowie der kernige Klemens Sander. Jubel!

Helmut Christian


Die Schöpfung
17. April 2006
KLEINE ZEITUNG

»Schöpfung« für die Kinder

Wenn es ans Kürzen gehen muss, wird es oft schwer. Aber Haydns »Schöpfung« auf eine Stunde und dazu kindergerecht zusammenzustreichen ist nicht einfach. Kindergerecht ist nicht ganz passend: Zielgruppe sind junge Damen und Herren von zehn bis 14 Jahren. Im Dom gelang die Vorstellung dieser »Schöpfung für Kinder« als Gesamtkunstwerk – auch wenn zum Leidwesen von Klaus Kuchling, musikalischer Leiter des Projekts, das Chaos weggelassen werden musste. Das Musikforum Viktring setzt mit diesem Projekt lange vor dem Programm im Stift an und besinnt sich des Bildungsauftrags: Zur Musik gibt es eine Ausstellung in den Arkaden der Dom-Empore. Sonst braucht man Glück: Für weitere Aufführungen der »Schöpfung für Kinder« gibt es nur noch Restkarten.


Die Schöpfung
22. April 2006
KRONEN ZEITUNG

»Gott« dirigiert in Turnpatschen

Das Chaos mögen die Zuhörer viel lieber als stille Täler und helle Bäche; Raphaels leises Rezitativ kriegt keinen Applaus, Uriels geschmettertes schon; Haydns Schöpfung gehorcht ganz anderen als den üblichen Gesetzen, wenn sie für Kinder erklingt – ein Kraftakt zum 20-Jahr-Jubiläum des Musikforums Viktring.

In der von Wolfgang Hartmann kommentierten »Kinderschöpfung« wird – je nach pädagogischem Anliegen – umgestellt, gekürzt, wiederholt, bei Bedarf auch die Kaiserhymne angespielt oder ein Volkslied. Der erfrischend spontane Applaus wird Freitag leider schnell untersagt. Und überhaupt wird viel erklärt. Zu viel für manche Kleinen, die bald lieber herumwetzen; und viele Grosse ziehen sowieso eigene Spielchen vor.

Dabei ist das Spiel vorm Altar vom Feinsten. Brian Finlaysons Academia Ars Musicae ist ein Spitzenensemble und lässt das auch durchgehend hören. Der aus Juventus Musica, Pädak- und Madrigalchor gemischte Chor singt astrein. Und die Solisten Tünde Szaboki, Klemens Sander und Alexander Kaimbacher schaffen es sogar unter den unruhigen Bedingungen, die Spannung zu halten – sodass die Empfehlung für die »richtige« Schöpfung reinsten Gewissens gegeben werden kann: Im Klagenfurter Dom ist Haydns monumentales Werk heute und Montag um 20 Uhr, morgen um 15 Uhr zu hören. Ob »Gott« Klaus Kuchling da auch in Turnpatschen und Sweater dirigiert?

Und noch eine Empfehlung: Man nehme sich Zeit für die Begleitausstellung. Da gibt es wunderschöne Fotos vom Naturwissenschaftlichen Verein, geradezu umwerfend gute grafische und fantasievoll-kritische malerische Arbeiten von Viktringer Schülern zum Thema Schöpfung. Insgesamt ein gelungener Kraftakt des Musikforums zur Feier seines 20. Jahrs!

Frieda Stank


Die Schöpfung
15. April 2006
KRONEN ZEITUNG

Jubiläum beginnt mit »Schöpfung«

Das »eigentliche« Musikforum Viktring startet wie üblich Anfang Juli in sein 20. Jahr. Aber den großen »Jubiläumsbrocken« gibt es schon im April: Haydns »Schöpfung«, in einer vereinigten Kraftanstrengung und in zwei Versionen im Klagenfurter Dom. Ansonsten bleiben die diesjährigen Jubiläen eher unbeachtet – auch budgethalber.

Denn das Musikforum ist in der Dreijahres-Förderung der Stadt. Was prinzipiell positiv ist, aber finanzielle Obergrenzen setzt… also gibt´s im Sommer »nur« Gewohntes in gewohnter Qualität, auch ohne Extras in Bezug auf den Jahresregenten Mozart (was bis dahin schon überfütterte sicher schätzen). 19 Kurse werden angeboten, klassisch, jazzig und jeweils mit besonderen Zuckerln – wie etwa Improvsieren mit Posaunist Bertl Mütter; oder Tontechnik von Reinhard Buchta, wohl eine Verlockung für junge Bands.

Zur Verlockung für die Jugend soll auch Haydns Schöpfung werden: Sie gibt es viermal in einer Kurzversion für bis zu 14-Jährige. Sie vereint zudem den Chor des Gymnasiums Viktring mit dem der Pädak und dem Madrigalchor. Und sie ist auch flächenübergreifendes Schulprojekt – dessen präsentierbare Ergebnisse in eine Begleitausstellung im Dom einfliessen. Dort gibt es von 22. bis 24. April auch die Langfassung: Unter Gesamtleitung von Klaus Kuchling spielt die Academia Ars Musicae, als Solisten kommen Tünde Szaboki, Alexander Kaimbacher und Klemens Sander. Karten gibt´s bei Musikforum (www.musikforum.at) und in der Landhausbuchhandlung.

Frieda Stank