Carl Orff – Carmina Burana

CARL ORFF – CARMINA BURANA
Theatersaison 2001/2002
Stadttheater Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Solisten
Bernarda Bobro
Cosim Ifrim
Marian Pop

Chöre
Chor und Extrachor des Stadttheaters Klagenfurt
Choreinstudierung – Alexander Kowalsky

Kärntner Madrigalchor Klagenfurt
Choreinstudierung – Klaus Kuchling

Chor des Musikgymnasiums Viktring
Choreinstudierung – Karin Kraßnitzer

Orchester
Kärntner Sinfonieorchester

Dirigent
Michael Güttler


Carmina Burana
20. Oktober 2001
KÄRNTNER TAGESZEITUNG

»Carmina Burana« in Spezialbesetzung

Ein kontrastreiches Programm bekam das Publikum beim Konzert des KSO im Stadttheater zu hören. Jüngere, junge und ganz junge Musiker stellten sich vor und präsentierten ihr Können.

Kontrastreich und spannend gestaltete das KSO kürzlich ein Konzert im Stadttheater. Vor der Pause erklangen zwei selten gespielte Werke der Wiener Klassik: Beethovens Violinromanze aus der mittleren Schaffensperiode wurde von Wolfgang Göllner, erster Konzertmeister des KSO, nach anfänglichen Intonationsunsicherheiten mit schlankem, soliden Ton gemeistert. Tamas Medrei, Solocellist des KSO, überzeugte mit Haydns Cellokonzert in C-Dur durch kraftvolles, auch in hohen Lagen souveränes Spiel.

Das KSO unter der exakten Stabführung Michael Güttlers erwies sich als einfühlsamer Klangkörper.

Nach Wiederbeginn gesellten sich der Stadttheater-Chor, der Madrigalchor sowie der Chor der 2D des BRG Viktring hinzu. Sie brachten Carl Orffs »Carmina Burana«, einen publikumswirksamen Dauerbrenner aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zu Gehör.

Die Interpretation dieser Kantate, die mit ihren zahlreichen Repetitionen, musikalischen Klischees und Ostinati eine Reihe von minimalistischen, teilweise reißerisch der Popmusik nahe stehenden Tendenzen aus der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts vorwegnimmt, gefiel durch  Musikantentum im besten Sinne sowie Präzision, angesichts des bunt zusammengewürfelten Ensembles besonders hervorzuheben. Gerade die Konzentrationsfähigkeit und Wortdeutlichkeit der jüngsten Chorsänger beeindruckte.

Solisten, Chor und Orchester hinterließen einen homogenen Eindruck, nicht zuletzt auf Grund der umsichtigen und zugleich temperamentvollen Stabführung Güttlers.

BeBa


Carmina Burana
7. März 2001
KLEINE ZEITUNG

Eine wirklich mitreißende Klangwolke

Henrik Nanasi ist derzeit im Dauerstress. Kaum ein Tag vergeht, an dem er keine Vorstellungen und Proben hat: Nach Lehars »Eva« und Rossinis »La Cenerentola« mußte der 27-jährige ungarische Dirigent nun auch das Konzert des Kärntner Sinfonieorchesters vom derzeit suspendierten Michael Gütler übernehmen und innerhalb kürzester Zeit einstudieren. Aber »O Fortuna« (so beginnen die weltlichen Gesänge) erklingt mit all seiner mitreißenden Vielfalt klanglicher, dynamischer, melodischer und rhythmischer Erscheinungen.

Nanasi hält den riesigen Klangapparat und die bestens einstudierten Chöre des Stadttheaters (Alexander Kowalski), verstärkt durch den Madrigalchor (Klaus Kuchling) und jenem des Musikgymnasiums Viktring (Karin Krassnitzer) souverän und fest zusammen und erzielt alle von Orff gewünschten wirkungsvollen Effekte.

Den extrem hohen Baritonpart singt wie bei der ersten Aufführungsserie im letzten Herbst Publikumsliebling Marian Pop mit Fassettenreichtum und großem Stimmumfang. Cosim Ifrim interpretiert den auch für einen Tenor in der Höhe kaum singbaren »gebratenen Schwan«. Neu im Terzett ist die wunderbar und gefühlvoll phrasierende Oriana Kurtehsi.

Viel Applaus und Jubel gab es am Schluss für diese großartige Interpretation.

Helmut Christian


Carmina Burana
20. Oktober 2000
KLEINE ZEITUNG

Überwältigende Gesänge

Publikumswirksame »Carmina Burana« im Stadttheater Klagenfurt.

Auf der Bühne herrschte Riesengedränge. Das Kärntner Sinfonieorchester, drei Chöre und einige Solisten waren angetreten, um im ersten Konzert der neuen Stadttheater-Saison Carl Orffs Mammutchorwerk »Carmina Burana« aufzuführen: jene Cantiones Profanae also – Liebes- und Trinklieder nach lateinischen, mittelhochdeutschen und altfranzösischen Versen –, die in einer Handschrift des 13. Jahrhunderts im Kloster Benediktbeuern aufgefunden wurden. Der bayrische Komponist hat sie mit treffsicherem Instinkt mit so nachhaltigen musikalischen Wirkungseffekten ausgestattet, dass sich kein Zuhörer ihrer Faszination entziehen kann.

Die mitreißenden, rhytmischen Turbulenzen, die zu Ohrwürmern gewordenen Melodien, der auf Ostinato aufbauende Stil und die Vielfalt der in keinem anderen Werk von Orff enthaltenen Raffinessen wurden von den Interpreten überwältigend wiedergegeben: von den stimmgewaltigen, homogenen Chören – jenem des Stadttheaters (Alexander Kowalsky), dem Madrigalchor (Klaus Kuchling) und dem Chor des Musikgymnasiums (Karin Krassnitzer) – und vom sehr gut disponierten KSO unter seinem Chefdirigenten Michael Güttler.

Zum Erfolg beigetragen hat auch ein ausgezeichnetes Sängerterzett: Marian Pop, ein Bariton mit einem schier unglaublichen Stimmumfang und Volumen, der das Publikum schon im »Barbier von Sevilla« begeisterte, die sehr innig singende Bernarda Bobro und der Tenor Cosim Ifrim mit einer Wahnsinnshöhe.

Zuvor konnte noch der erste Konzertmeister des KSO Wolfgang Göllner mit Beethovens Violinromanze in F-Dur solistisch überzeugen und der Solocellist Tamas Merei beim Cellokonzert in C-Dur von Haydn vor allem im mörderisch gewählten Tempo des dritten Satzes sein höchst virtuoses Können demonstrieren. Damit wurde auch bewiesen, welch qualifizierte Musiker in den Reihen des KSO zu finden sind. Am Ende gab es großen Jubel für ein publikumswirksames Konzert.

Helmut Christian


Carmina Burana
20. Oktober 2000
KRONEN ZEITUNG

Konzert des KSO: »Carmina burana«

Ein großer Kraftakt

In Friesach, beim Schwerpunkt Mittelaleter, öffnete die Kirche ihre Türen nicht. Nicht für diese Texte. Also verlegte Initiator und Dirigent Michael Güttler die Aufführung der »Carmina Burana« von Carl Orff in den Spätherbst und ins Stadttheater: Am Donnerstag hatte ein großer gemeinsamer Kraftakt Premiere.

Den vereinigten Ausführenden ist nicht anzulasten, dass man, gespannt bis zuletzt, auf die mystische Wucht aus Orffscher Musik-Alchimistenküche wartete: Auch wenn sich Chor und Extrachor des Stadttheaters Klagenfurt mit dem Madrigalchor und dem Chor des Musikgymnasiums Viktring mit Herzblut mühten: richtig »rüber« kam  nur letzterer, weil er vor dem Kärntener Symphonieorchester und der veritablen Reihe der Orff-Instrumente stand. Das gilt natürlich auch für die Solisten Bernarda Bobro, Cosim Ifrim – und vor allem für den stimmlich Beachtliches leistenden Marian Pop. Die hinter der Schlagwerkphalanx exakt studierten Heraussingenden hatten (trotz vollem Einsatz) gegen den Sog der hohen Bühnenkonstruktion keine adäquate Klangchance!

Dirigent Michael Güttler gab (samt Hochsprüngen) sein Letztes für die Musik mit dem Vaganten-Text, dessen Entstehung manch Experte in Maria Saal vermutet. Die Leistung der »Carmina« hätte den Abend erfüllt: Der erste Konzertteil war damit stilistisch schwer vereinbar, aber dank KSO-Cellist Tamas Merei beachtlich. Wiederzuhören: am 28. und 29. 11.!

MS