Brahms Requiem

JOHANNES BRAHMS – EIN DEUTSCHES REQUIEM 30. Oktober 2004 Konzerthaus Klagenfurt

AUSFÜHRENDE

Solisten Tünde Szaboki – Sopran Anton Scharinger – Bariton Chöre A-cappella Chor Villach Leitung – Helmut Wulz Kärntner Madrigalchor Klagenfurt Orchester Symphonieorchester des Kärntner Landeskonservatoriums Dirigent Klaus Kuchling
Ein Deutsches Requiem 2. November 2004 KLEINE ZEITUNG Irdisches Leid und jenseitige Hoffnung Mit vereinten Kräften im Dienste von Brahms. Ein mächtiger Chor, gebildet aus dem Madrigalchor Klagenfurt und dem A-cappella Chor Villach, trug das Deutsche Requiem von Johannes Brahms, das anlässlich der Tage des Totengedenkens im Konzerthaus aufgeführt wurde, vor. Im ersten und zweiten des insgesamt siebensätzigen Werkes wirkte der Vokalkörper noch schleppend im Tempo sowie abrupt in den Steigerungsstufen. Überstrahlte aber das Geschehen im zentral liegenden vierten Satz durch lyrischen Glanz und tiefes Einfühlungsvermögen. In einem persönlichen Bekenntnis hat Brahms die liturgische Bindung an die lateinische Seelenmesse verlassen und geht in seinem Deutschen Requiem von Bibeltexten aus, wobei das Gewicht auf dem irdischen Leid im zweiten Teil aber auf der jenseitigen Hoffnung liegt. Nochmals diktierte der Chor die musikalische Dramaturgie im sechsten Satz mit dem Schlüsseltext »Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?«. Als Solisten konnten Tünde Szaboki und Anton Scharinger beeindrucken. Eindringlich in Stimme und Phrasierung die Sopranistin, kraftvoll der Bariton. Der Dirigent Klaus Kuchling erwies sich dem schwierigen Werk nicht nur in jeder Phase gewachsen, sondern konnte – mehr noch – Chor und Symphonieorchester des Kärntner Landeskonservatoriums zu einem achtenswerten Klangkörper vereinen. Reicher Beifall des nahezu vollen Hauses. GW